Prognose übertroffen: Fast 965 000 Flüchtlinge registriert

Die offizielle Asyl-Prognose des Bundes für das laufende Jahr ist übertroffen. Von Jahresbeginn bis Ende November wurden fast 965 000 Flüchtlinge in Deutschland registriert - und damit bereits mehr als vom Bund bis zum Jahresende vorausgesagt.

Mehr als die Hälfte der Schutzsuchenden (rund 484 000 Menschen) kamen aus Syrien, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte.

An Rang zwei und drei der Hauptherkunftsländer folgten Afghanistan und der Irak. Allein im November wurden demnach bundesweit gut 206 000 Flüchtlinge registriert. Allerdings sind bei diesen Zahlen Doppel-Erfassungen laut Innenressort nicht auszuschließen.

Wegen des großen Andrangs müssen viele Flüchtlinge einige Zeit warten, bis sie überhaupt einen Asylantrag stellen können. Die Antragszahlen liegen daher deutlich unter den Registrierungszahlen: Im November wurden insgesamt 57 816 Asylanträge gestellt, von Anfang Januar bis Ende November waren es 425 035. Weiter gewachsen ist die Zahl der unerledigten Asylanträge - auf 355 914.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bis zum Jahresende eine Zahl von 800 000 Asylbewerbern vorausgesagt. De Maizière verteidigte seine Vorhersage: «Die Prognose war im August diesen Jahres nachvollziehbar und schlüssig», sagte er am Montag in Berlin. «Sie ist übertroffen worden wegen der besonders steigenden Zahlen seit Mitte August.» Für das verbleibende Jahr werde er keine neue Prognose mehr vorlegen.

De Maizière sagte, in den vergangenen ein bis zwei Wochen sei eine deutliche Reduzierung der Zugangszahlen zu erkennen gewesen. «Das ist noch keine Trendwende, aber das ist eine gute Entwicklung.»