ProSieben und Sat.1 ködern mit Namen

Die Senderfamilie ProSiebenSat.1 will den Abstand zum privaten Marktführer RTL verringern.

ProSieben und Sat.1 ködern mit Namen
Georg Wendt ProSieben und Sat.1 ködern mit Namen

Mit prominenten Neuzugängen wie Entertainerin Cindy aus Marzahn und Koch Tim Mälzer sowie der Reaktivierung bekannter Zeitgenossen wie Komiker Michael («Bully») Herbig, Joko & Klaas und Simon Gosejohann wollen die Sender in der kommenden Herbst- und Wintersaison die Aufmerksamkeit auf sich lenken, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Hamburg mitteilte.

«2013 ist für Sat.1 das Jahr der Transformation», sagte Geschäftsführer Nicolas Paalzow, der seit Herbst 2012 im Amt ist und nicht mit jeder seiner bisherigen Innovationen Glück hatte. «Wir haben das Bewusstsein, noch nicht da zu sein, wo wir hin wollen», sagte er weiter. «Aber wir haben das Selbstbewusstsein, dass der Umbau klappt. Wir steigen in einen Wettbewerb mit RTL ein, den die bisher nicht so gewohnt sind.»

Bei Sat.1 wird Cindy aus Marzahn (41), die gerade ihren Rückzug von der ZDF-Show «Wetten, dass..?» bekanntgegeben hat, zusammen mit ihrem Kollegen Oliver Pocher (35) die Prominentenausgabe von «Big Brother» moderieren. Die Besetzung der Show, in der die Kandidaten ständig von Kameras beobachtet werden, steht noch nicht fest. Das Spektakel wird zwei Wochen lang mit einer täglichen Live-Sendung zu sehen sein, drei Liveshows sind geplant.

TV-Koch Tim Mälzer (42), der beim Privatsender Vox mit der Vorabendshow «Schmeckt nicht, gibt's nicht» bekannt wurde, wird bei Sat.1 eine Koch-Castingshow bekommen. Der Kern der Show sei ein «Blind Tasting», in dem eine vierköpfige Jury nicht weiß, welches Essen von welchem Koch (ob Hobby- oder Profikoch) kommt.

Etwas mehr Zurückhaltung als noch vor ein bis zwei Jahren übt Sat.1 bei der Produktion neuer Serien. Schauspielerin Diana Amft (37) muss in der Serie «Josy – Allein unter Bullen» (Arbeitstitel) als kluge, aber unerfahrene Kommissarin gegen die routinierten Kollegen bestehen. Ein Wiedersehen gibt es mit den Serien «Danni Lowinski» und «Der letzte Bulle».

Wieder zurück bei ProSieben: Der Komiker Michael («Bully») Herbig (45), früher bei dem Münchner Privatsender durch die «Bully Parade» bekannt geworden, wird für ProSieben demnächst eine eigene Sitcom drehen. «Bully spielt Bully», sagte Geschäftsführer Wolfgang Link der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» bereits in der Mittwochausgabe.

Joko Winterscheidt (34) und Klaas Heufer-Umlauf (29) dürfen sich wieder ihr «Duell um die Welt» liefern, bleiben bei ihrer wöchentlichen Show «Circus Halligalli» und werden 2014 voraussichtlich neue Formate bekommen. Komiker Simon Gosejohann (41) soll in der Comedy «antisocial network» einen fremden Facebook-Account übernehmen. In der Comedy «Schulz in the Box» wird Spaßmacher Olli Schulz in einer Kiste an einem unbekannten Ort ausgesetzt.

Im Herbst wird ProSiebenSat.1 mit ProSieben Maxx einen neuen Sender im Free TV starten, der sich eher an männliche Zuschauer richtet. Zum Angebot gehören laut ProSieben US-Serien, Hollywood-Blockbuster, Reportagen und Dokumentationen von Lizenzpartnern wie BBC Worldwide oder National Geographic und eigenproduzierte Formate wie «Galileo 360 Grad». Geschäftsführer wird ProSieben-Co-Geschäftsführer René Carl (40). Die technische Reichweite durch die Verbreitung über Satellit, digitales Kabel und IPTV-Anbieter liegt bei 60 Prozent.