Prozess gegen Ex-Siemens-Manager: Verteidigung will Einstellung

Zum Prozessauftakt gegen den früheren Siemens-Vorstand Uriel Sharef hat die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens vor dem Landgericht München beantragt. Der Staatsanwaltschaft warf Sharefs Anwalt Heiko Lesch am Freitag Willkür und einen Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien vor.

So sei der Verteidigung kein ausreichender Einblick in die «chaotisch» geführten Ermittlungsakten im Siemens-Komplex gewährt worden. Die Vorbereitung einer sachgerechten Verteidigung sei so nicht möglich gewesen. Die Vorsitzende Richterin unterbrach die Sitzung nach der fast einstündigen Verlesung des Antrags.

Die Staatsanwaltschaft hatte den früheren Siemens-Zentralvorstand Sharef bereits vor rund zwei Jahren wegen des Verdachts der Untreue angeklagt. Sie wirft dem 69-Jährigen vor, im Zusammenhang mit einem Geschäft für fälschungssichere Ausweise in Argentinien ein Bestechungssystem gedeckt zu haben, das dem Elektrokonzern den Auftrag sichern sollte.

Sein Verteidiger erklärte dazu am Freitag: «Die Vorwürfe der Anklage sind unbegründet. Die Verteidigung geht davon aus, dass das Verfahren mit einem Freispruch enden wird.»