Prozess gegen Muslimbrüder: Gericht legt Fall nieder

Im Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder in Ägypten hat das Gericht den Fall überraschend niedergelegt. In einer Erklärung deuteten die Richter Befangenheit an, ohne dies weiter zu erläutern.

Der Prozess muss nun von einer anderen Kammer des Strafgerichts verhandelt werden.

Das Oberhaupt der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie, seine Stellvertreter Chairat al-Schater und Mohammed Raschad Bajumi sowie 33 weitere führende Mitglieder hätten am Dienstag erstmals vor Gericht erscheinen sollen.

Die Anklage wirft ihnen vor, zur Tötung von neun Menschen angestiftet zu haben, die im Juni vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder in Kairo demonstriert hatten.

Der Prozess war Ende August formell eröffnet, aber umgehend vertagt worden. Die Hauptangeklagten waren dem Gericht aus «Sicherheitsgründen» nicht vorgeführt worden.

Seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli dieses Jahres ist praktisch die gesamte Führung der Muslimbruderschaft verhaftet worden. Gegen Mursi soll am 4. November ein Strafverfahren beginnen, mit einer ähnlichen Anklage wie gegen die Führer der Bruderschaft.