Prozess gegen rechte Terrorgruppe «OSS» beginnt

Vor dem Oberlandesgericht München beginnt heute der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe «Oldschool Society» (OSS). Ihnen wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Anschlags auf ein Flüchtlingsheim vorgeworfen.

Prozess gegen rechte Terrorgruppe «OSS» beginnt
Prozess gegen rechte Terrorgruppe «OSS» beginnt

Neben dem selbst ernannten Anführer Andreas H. aus Augsburg sitzen Markus W. und Denise Vanessa G. aus Sachsen sowie Olaf G. aus Bochum auf der Anklagebank. Bis Oktober sind 30 Prozesstage vorgesehen.

Die Gruppe hatte sich 2014 über Messaging-Dienste wie Whatsapp und Telegram sowie Facebook zusammengeschlossen. Im November 2014 trafen sich Mitglieder erstmals persönlich. Bei einem zweiten Treffen im Mai 2015 im sächsischen Borna wollten sie laut Anklagebehörde einen konkreten Anschlag auf das dortige Flüchtlingsheim begehen. Dafür hätten sie Feuerwerkskörper in Tschechien besorgt.

«Im Rahmen der weiteren Planungen überlegten die Angeschuldigten Andreas H. und Markus W., wie sie die Gefährlichkeit der Sprengmittel durch technische Veränderungen erhöhen können. Hierbei erörterten sie, die Sprengkörper mit Nägeln oder mit Brennstoff zu ummanteln», erläuterte die Anklagebehörde weiter. Zur Umsetzung kam es nicht.

Am 6. Mai 2015 durchsuchten in Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern 250 Beamte Wohnungen und nahmen die vier Beschuldigten fest. Gefunden wurden Gas- und Schreckschusswaffen, Schlagringe, Schwerter und Feuerwerkskörper.