Prozess gegen Todesschützen von Fort Hood begonnen

Im Prozess um den blutigen Amoklauf auf der US-Militärbasis in Fort Hood setzt der mutmaßliche Täter auf eine eigenwillige Strategie. Nidal Hasan streitet den 13-fachen Mord nicht ab, sondern betont seine Schuld. Kann er die Todesstrafe verhindern?

Prozess gegen Todesschützen von Fort Hood begonnen
Stefan Zaklin Prozess gegen Todesschützen von Fort Hood begonnen

Knapp vier Jahre nach dem Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt im texanischen Fort Hood hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen Nidal Hasan begonnen. Der Soldat muss sich seit Dienstag wegen 13-fachen vorsätzlichen Mordes und Mordversuches in 32 Fällen vor einer Militärjury verantworten.

Der 42-Jährige belastete sich zum Auftakt der Verhandlung selbst schwer: «Die Beweise werden klar zeigen, dass ich der Schütze bin», sagte Hasan laut Berichten anwesender Reporter in einer kurzen Eingangserklärung.

Der Prozessbeginn auf dem Stützpunkt wurde von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Die Ankläger warfen in ihrem Eröffnungsplädoyer Hasan vor, dass er bei dem Blutbad im November 2009 so viele Kameraden wie möglich töten wollte. Er habe zwei Waffen und mehr als 400 Schuss Munition bei sich gehabt und ruchlos um sich gefeuert. Die Richterin warnte die Anwesenden laut Medien vor den zu erwartenden sehr bildlichen und emotionalen Beschreibungen des Blutbades im Laufe der Verhandlung.

Hasan stritt die von der Öffentlichkeit als Terrorangriff betrachtete Tat niemals ab, darf sich aber nach einer Entscheidung der Richterin nicht strafmildernd formell für schuldig bekennen. Als Motiv gab der Militärpsychiater in Voranhörungen an, er habe mit seinem Eingriff die radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor US-Soldaten schützen wollen. Er lehnt jeglichen Rechtsbeistand ab und verteidigt sich selbst.

Dem Angeklagten droht die Todesstrafe, wenn sich die 13 Mitglieder der Jury einmütig dafür entscheiden. Es wäre die erste Hinrichtung eines verurteilten aktiven US-Soldaten seit 1961. Hasan könnte die Vollstreckung laut Experten aber durch juristische Manöver viele Jahre herauszögern. Der Prozess selbst könnte sich über mehrere Wochen erstrecken.