Prozess nach Babyleichen-Fund in Wallenfels beginnt

In ihrem Haus in Wallenfels lagen acht Babyleichen - nun müssen sich die Eltern der toten Kinder vor Gericht verantworten. Heute beginnt der Prozess am Landgericht Coburg.

Prozess nach Babyleichen-Fund in Wallenfels beginnt
Nicolas Armer Prozess nach Babyleichen-Fund in Wallenfels beginnt

Mitte November hatte der grausige Fund in der oberfränkischen Kleinstadt im Landkreis Kronach bundesweit Schlagzeilen gemacht und Betroffenheit erregt.

Die Behörde wirft der Mutter vor, vier der Babys vorsätzlich umgebracht zu haben. Dem Vater legt sie zur Last, der Frau dabei Hilfe geleistet zu haben. Demnach wollten die Angeklagten ohne Einschränkung durch weitere Kinder leben. Die beiden haben gemeinsam noch drei lebende Kinder. Sie trennten sich allerdings noch vor dem Fund der Leichen der anderen Kinder.

Bei vier der Babyleichen konnte der Staatsanwaltschaft zufolge nicht geklärt werden, ob die Kinder nach der Geburt tatsächlich lebten und auch lebensfähig waren. Daher sind diese nicht Teil der Anklage. Die sterblichen Überreste der Neugeborenen waren in Plastiktüten und Handtücher gewickelt und in einem Abstellraum versteckt.

Kurz nach dem Fund wurde die Mutter gefasst; sie hielt sich mit ihrem neuen Lebensgefährten im nahen Kronach in einer Pension auf. Sie räumte laut Staatsanwaltschaft ein, mehrere Säuglinge lebend zur Welt gebracht und anschließend getötet zu haben.

Die Frau sitzt weiter in Untersuchungshaft. Sie wurde inzwischen psychiatrisch begutachtet; das Ergebnis gab die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt. Gegen den Vater besteht kein Haftbefehl, da die Ermittler dafür die gesetzlichen Voraussetzungen nicht gesehen haben. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstermine vorgesehen, alle im Juli.