Prozess nach Übergriffen in Essener Heim

Nach den Skandalen um die Misshandlungen von Asylbewerbern in nordrhein-westfälischen Flüchtlingsheimen kommt es in Essen zu einem ersten größeren Strafprozess.

Prozess nach Übergriffen in Essener Heim
Volker Hartmann Prozess nach Übergriffen in Essener Heim

Vor dem Amtsgericht müssen sich von heute an fünf Männer wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten. Sie waren als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in einem Übergangswohnheim in Essen eingesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im September vergangenen Jahres Flüchtlinge getreten und geschlagen zu haben, als diese außerhalb der Öffnungszeiten der Kantine nach Essen und Getränken gefragt hatten und sich über die Behandlung beschweren wollten.

Die Fälle waren bekanntgeworden, nachdem die schweren Übergriffe auf Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach im Siegerland für Schlagzeilen gesorgt hatten. Beide Heime waren damals von der Firma European Homecare betrieben worden. Den Sicherheitsdienst hatte European Homecare jeweils an externe Dienstleister vergeben.

Wann der Fall Burbach vor Gericht kommt, ist noch nicht abzusehen. «Die außerordentlich umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Siegen sind noch nicht abgeschlossen», sagte Staatsanwalt Johannes Daheim. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen mehr als 50 Beschuldigte. Ermittelt wird wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung.