Prozess um mutmaßlichen Mord an Schwangerer vor Urteil

Jährigen in Berlin will das Landgericht in der Hauptstadt heute das Urteil verkünden.

Die Staatsanwaltschaft hat für die beiden mutmaßlichen Mörder jeweils 15 Jahre Haft beantragt - es ist die höchstmögliche Jugendstrafe. Einer der zwei 20-Jährigen ist der Vater des ungeborenen Kindes.

Die Angeklagten sollen die junge Frau im Januar 2015 in ein einsames Waldstück gelockt, sie geschlagen, durch Messerstiche verletzt, schließlich mit Benzin übergossen und mit einem Feuerzeug angezündet haben. Das Kind sei qualvoll im Bauch der Mutter erstickt. Die Tat aus niederen Beweggründen sei grausam und heimtückisch gewesen, hieß es im Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Staatsanwalt Martin Glage hatte sich überzeugt gezeigt, dass es dem Vater des Kindes darum ging, die Geburt unter allen Umständen zu verhindern. Dieser Angeklagte sei der Initiator und Kopf der Tat. Er sei perfide und eiskalt vorgegangen. Laut Plädoyer suchte er sich einen früheren Mitschüler, mit dem er nicht eng befreundet war, als «Mitvollstrecker» aus.

Auch dieser Mann ist angeklagt und - im Gegensatz zum Vater des Kindes - vorbestraft. Er sei zudem als einer bekannt gewesen, der keine Skrupel bei Gewalt habe, hieß es im Plädoyer. Im Freundeskreis habe er geäußert, er wolle «mal einen Menschen sterben sehen». Vor Gericht schwiegen beide.

Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Aus ihrer Sicht sind die Beweise nicht tragfähig. Es sei völlig unklar, «wer am Tatort warum war und was gemacht hat», hatten sie argumentiert. Möglich sei auch, «dass es ein schrecklicher Unfall war». Nach dem Grundsatz «in dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten» müssten ihre Mandanten freigesprochen werden.