Präsidentin Kirchner vor Schlappe bei Argentinien-Wahl

Bei den Parlamentswahlen in Argentinien zeichnen sich allen Umfragen zufolge starke Stimmenverluste für das politische Lager von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ab.

Präsidentin Kirchner vor Schlappe bei Argentinien-Wahl
David Fernandez Präsidentin Kirchner vor Schlappe bei Argentinien-Wahl

Landesweit dürfte die Regierungskoalition Frente para la Victoria (FPV - Front für den Sieg) demnach nur auf knapp 30 Prozent der Stimmen kommen. Bei ihrer Wiederwahl im Jahr 2011 hatte die Staatschefin 54,1 Prozent der Stimmen erhalten. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass die Parlamentswahlen, bei der die Hälfte der Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren neu gewählt werden, das Ende der Ära Cristina Kirchner einleitet.

Die Wahlen finden am dritten Jahrestag des Todes ihres Ehemanns statt: Ex-Präsident Néstor Kirchner (2003-2007) starb am 27. Oktober 2010 im Alter von 60 Jahren. Der Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli, forderte Anhänger und Wähler dazu auf, Cristina Kirchner «an diesem schwierigen Tag» mit ihrer Stimmabgabe zu begleiten. Die Staatschefin, die sich nach einer Hirnblutung einer Operation unterziehen musste und sich derzeit in ihrer Residenz in einem Vorort von Buenos Aires erholt, blieb dem Wahlkampfabschluss ihrer Kandidaten am Donnerstagabend (Ortszeit) fern.

Die Opposition geht gespalten in die Wahl. In der Hauptstadt wird ein klarer Sieg der konservativen Partei PRO des Bürgermeisters Mauricio Macri erwartet. In der Provinz Buenos Aires, dem größten Wahlbezirk des Landes, sagen die Umfragen einen Sieg des ehemaligen Kabinettchefs Sergio Massa vor, der sich vor drei Jahren von der Regierung Kirchner distanziert hatte. In der Provinz Santa Fe gilt ein Sieg des Sozialisten Hermes Binner als sicher. Alle vier - Provinzgouverneur Scioli, Hauptstadt-Bürgermeister Macri, Ex-Kabinettchef Massa und der Sozialist Binner - haben angedeutet, bei der Präsidentschaftswahl 2015 zu kandidieren.

Staatschefin Kirchner (60) kann sich dann nicht noch einmal zur Wahl stellen - dafür wäre eine Verfassungsänderung nötig. Doch um diese durchzusetzen, bräuchte sie eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament - wovon sie allen Umfragen zufolge bei den Wahlen am Sonntag weit entfernt ist. Bei den Vorwahlen im August war ihre Regierungskoalition gerade einmal auf 26,3 Prozent der Stimmen gekommen.