Präsidentin schweigt zu Krawallen im Land

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat sich noch nicht persönlich zu den landesweiten Ausschreitungen der vergangenen Nacht geäußert. Sie traf zwar am Freitag in Brasília Justizminister José Eduardo Cardozo, um über die Proteste und die Krawalle zu sprechen.

Allerdings äußerten sich weder Rousseff noch Cardozo nach dem rund zweistündigen Treffen öffentlich.

In der Nacht auf Freitag hatten landesweit über eine Million Menschen gegen Korruption und soziale Missstände protestiert. Es kam in Dutzenden Städten zu Straßenschlachten und massiven Krawallen mit einem Toten und zahlreichen Verletzten. Die Demonstrationen begannen am Freitagabend (Ortszeit) erneut in vielen Städten.

Am Freitag erlag eine 51-Jährige in Belém den Folgen eines Herzinfarkts. Die Frau, die an Bluthochdruck litt, hatte nach offiziellen Angaben am Donnerstagabend am Rande der Proteste auf der Straße gearbeitet und war durch die Konfrontation zwischen Polizei und Randalierern geschockt. Am Freitag war ein 18-Jähriger in Ribeirão Preto, rund 300 Kilometer von São Paulo entfernt, von einem Auto an einer Sperre der Demonstranten überfahren und getötet worden.