Prügel-Attacken in München: Opfer schwer verletzt

Er soll dazwischen gegangen sein, als Jugendliche mutmaßliche Asylbewerber anpöbelten - und bezahlte dafür mit seiner Gesundheit.

Prügel-Attacken in München: Opfer schwer verletzt
Sven Hoppe Prügel-Attacken in München: Opfer schwer verletzt

Die Jugendlichen prügelten den Mann bewusstlos und verletzten ihn schwer. Zuvor hatte der Lagerist die Heranwachsenden aufgefordert, eine Gruppe von Afrikanern in Ruhe zu lassen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, gab es darüber hinaus - ebenfalls in der Nacht zu Samstag - einen zweiten Fall von Prügelgewalt in der bayerischen Landeshauptstadt, bei der ein Mann lebensgefährlich verletzt wurde.

Im ersten Fall konnte der 39-Jährige die Situation zwischen den pöbelnden Jugendlichen und den mutmaßlichen Flüchtlingen zunächst beruhigen. Doch auf dem Heimweg entriss ihm einer der Jugendlichen kurz darauf die Aktentasche.

Der Mann nahm die Verfolgung auf und wurde in einem Hinterhof von der Gruppe im Alter von etwa 17 bis 20 Jahren mit einer Holzlatte niedergeschlagen. Am Boden liegend erlitt er zahlreiche Fußtritte gegen den Kopf und verlor das Bewusstsein. Die vier bis fünf Jugendlichen flüchteten. "Von denen weiß man nichts", sagte ein Polizeisprecher. Eine Anwohnerin hatte die Schreie gehört und die Polizei informiert. Nach Beschreibung des Opfers waren die Täter europäischer Herkunft.

Mehrere Knochenbrüche im Gesicht

Den Verlauf der Tat erfuhr die Polizei von dem Opfer. Der Mann habe derweil die ersten von mehreren Operationen hinter sich. Dem Mann drohte zunächst der Verlust des Augenlichts. Zudem erlitt er mehrere Knochenbrüche im Gesicht.

Um sein Leben kämpfte das Opfer der zweiten aktuellen Prügelattacke. Der Mann liegt inzwischen im Wachkoma, nachdem er aus zunächst unbekannten Gründen in der Nähe des Hauptbahnhofs von einer vierköpfigen Verfolgergruppe eingeholt und mit einem Faustschlag ins Gesicht niedergestreckt worden war. Der 37-Jährige schlug mit dem Hinterkopf auf; es kam zu Einblutungen ins Gehirn. Der Tod konnte nur durch eine Not-Operation abgewandt werden. Doch Hirnschäden werden bleiben. Auch hier waren der etwa 20 bis 30 Jahre alte Haupttäter sowie die drei anderen Verfolger zunächst unbekannt.