PSA bestätigt Pläne für Kapitalerhöhung

Der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën hat erstmals Pläne für eine mögliche Kapitalerhöhung bestätigt. Gleichzeitig kündigten die Franzosen am Donnerstag eine weitere Milliarden-Abschreibung auf ihre Autosparte an.

PSA bestätigt Pläne für Kapitalerhöhung
Roland Weihrauch PSA bestätigt Pläne für Kapitalerhöhung

Die Zusammenarbeit mit der Opel-Mutter General Motors wird zudem zusammengestrichen. Sie bringt deutlich weniger Einsparungen als zunächst erhofft.

Auf der Suche nach frischem Geld und Wachstumsmöglichkeiten außerhalb Europas prüft PSA Industrieprojekte mit verschiedenen Partnern sowie die Ausgabe neuer Aktien. Als konkreten Gesprächspartner bestätigte der VW-Konkurrent den zweitgrößten chinesischen Hersteller Dongfeng. Es gebe aber noch keine Einigung.

Nach Informationen der «Financial Times» (Donnerstag) hofft PSA, schon im ersten Quartal des nächsten Jahres einen Vertrag mit den Chinesen abzuschließen. Dem Blatt zufolge soll die Kapitalerhöhung ein Volumen von drei bis vier Milliarden Euro haben. Neben Dongfeng könnte sich auch der französische Staat beteiligen.

Zusätzlichen Druck bringt dabei eine neue Milliarden-Belastung. Weil das Geschäft in Russland und Lateinamerika stockt und der starke Euro die Gewinne drückt, muss der PSA-Konzern rund 1,1 Milliarden Euro auf seine Autosparte abschreiben.

Wegen der Absatzkrise in Europa stecken die Franzosen ohnehin in erheblichen Schwierigkeiten. Allein im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der nach VW zweitgrößte europäische Hersteller einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Derzeit werden über 11 000 Jobs abgebaut.

Immerhin ist der bisherige Partner General Motors (GM) laut PSA bereit, den Einstieg weiterer Anteilseigner zu befürworten - wenn dies der Allianz hilft. Die Opel-Muttergesellschaft ist derzeit mit sieben Prozent an PSA beteiligt. Neben den US-Amerikanern würde auch die Familie Peugeot durch eine Kapitalerhöhung an Einfluss verlieren und vermutlich auch ihre Sperrminorität einbüßen.

Ein wichtiges Allianz-Projekt ist allerdings bereits endgültig gestorben: Die ursprünglich geplante gemeinsame Entwicklung einer Plattform für Kleinwagen ist vom Tisch. An der gemeinsamen Nutzung von Werken soll indes festgehalten werden. Nach Angaben der Unternehmen wird das Nachfolgemodell des Opel Zafira von spätestens 2017 an im ostfranzösischen PSA-Werk Sochaux produziert.

Der neue Citroën C3 soll im spanischen GM-Werk in Saragossa gebaut werden. Derweil werde im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim ein neues Modell angesiedelt, kündigte Opel an. Details nannte das Unternehmen zunächst nicht. Zur Erklärung wurden Wettbewerbsgründe genannt.

Durch die gestrichene gemeinsame Plattform-Entwicklung werden auch die Synergie-Erwartungen deutlich gekappt. Statt mit ursprünglich jährlich zwei Milliarden US-Dollar rechnen die Konzerne nur noch mit insgesamt 1,2 Milliarden Dollar von 2018 an - 40 Prozent weniger als zuvor. Zusätzliche Kooperationen soll es bei leichten Nutzfahrzeugen geben. Den Planungen zufolge werden die ersten Autos 2016 auf den Markt kommen. Nähere Details teilten die Konzerne aber nicht mit.