Psychiater: Sogenannter Maschseemörder soll in die Psychiatrie

Der Mann, der in Hannover eine Prostituierte erstochen und ihre zerstückelte Leiche in den Maschsee geworfen haben soll, muss nach Expertenansicht in die Psychiatrie.

Der Angeklagte leide unter einer schweren Störung, sagte ein psychiatrischer Experte am Montag vor dem Landgericht Hannover. Es gebe ein hohes Rückfallrisiko. Der sogenannte Maschseemörder sei von Gewalt- und Tötungsfantasien besessen gewesen, die plötzlich zum Ausbruch gekommen seien. Er schätze den 25-Jährigen als nur schwer therapierbar ein.

Der Mann soll vor knapp einem Jahr eine 44 Jahre alte Prostituierte in seiner Wohnung erstochen und die Leiche in den See in Hannover geworfen haben. Ende Oktober werden in dem Prozess die Plädoyers und das Urteil erwartet.

Weil das Opfer, eine Zufallsbekanntschaft, sich über die rechtsradikalen Ansichten des Angeklagten lustig gemacht habe, habe der Drogensüchtige seiner aufgestauten Wut freien Lauf gelassen, sagte der Facharzt für Psychiatrie, Andreas Tänzer. Seine Schuldfähigkeit sei erheblich eingeschränkt gewesen.

Auf eine Polizeistreife, die später wegen Ruhestörung an seiner Türe klingelte, machte er aber einen vernünftigen Eindruck - er konnte die Beamten abwimmeln. Die Hemmschwelle sei nach der ersten Tat niedriger.

Überraschend wurde knapp ein Jahr nach der Bluttat die Tatwaffe entdeckt. Nach Hinweisen der Freundin des Angeklagten stießen Fahnder unter einem Gebüsch in der Südstadt unweit der Wohnung des Mannes auf die Machete. Daran konnten aber keine DNA-Spuren des Angeklagten mehr entdeckt werden. Das geht aus einer am Montag im Prozess vorgestellten Untersuchung des Landeskriminalamtes hervor.