Psychologin: Mutter von Mohamed-Entführer «ungeheuer mutig»

Ein Täterhinweis von der eigenen Mutter - wie im Fall Mohamed - ist aus Sicht von Experten etwas Besonderes. «Das ist nicht selbstverständlich», sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité, Isabella Heuser.

Psychologin: Mutter von Mohamed-Entführer «ungeheuer mutig»
Julian Stähle Psychologin: Mutter von Mohamed-Entführer «ungeheuer mutig»

Die Polizei hatte den 32-Jährigen mit Fahndungsfotos gesucht. Er soll den Vierjährigen und - wie am Freitag bekanntwurde - auch den verschwundenen Potsdamer Jungen Elias getötet haben. Der entscheidende Hinweis auf den mutmaßlichen Täter kam von der Mutter des Mannes.

Nach Einschätzung der Psychologin dürfte die Frau zuvor eine Weile mit sich gerungen haben. «Mit Sicherheit hat die Mutter nicht das Fahndungsfoto gesehen und sofort zum Hörer gegegriffen», sagte Heuser. Die Frau hatte ihren Sohn laut Polizei zunächst mit ihrem Verdacht konfrontiert.

«Das kann auch schiefgehen und damit enden, dass die Eltern selbst angegriffen werden», erklärte die Psychologin. Insgesamt habe die Frau «ungeheuer mutig» gehandelt. «Die Mutter hat ethisch und moralisch das Richtige getan.»