Putin kritisiert in Kairo den Militäreinsatz gegen den IS

Russlands Präsident Wladimir Putin ist am Montag nach Kairo gereist, um mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi über die Bekämpfung des Terrorismus und bilaterale Fragen zu sprechen.

Putin kritisiert in Kairo den Militäreinsatz gegen den IS
Khaled Elfiqi Putin kritisiert in Kairo den Militäreinsatz gegen den IS

In einem Interview der ägyptischen Staatszeitung «Al-Ahram» kritisierte Putin das Vorgehen der von den USA angeführten Allianz westlicher und arabischer Staaten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Durch «plumpes und unverantwortliches Eingreifen von außen» sei die Lage im Irak und in Syrien erst zu dem geworden, was sie heute ist, sagte Putin. Strategie und Taktik der von den USA geführten Allianz seien «unverhältnismäßig im Vergleich zu der realen Bedrohung».

Moskau wie Kairo hatten in der jüngsten Zeit Parteien des syrischen Bürgerkrieges zu Friedensgesprächen eingeladen, allerdings nicht die radikalislamischen Milizen. Die Treffen blieben ergebnislos, da bedeutende vom Westen unterstützte Teilnehmer des knapp vierjährigen Bürgerkrieges den Einladungen fern blieben.

Medienberichten zufolge wollten die beiden Präsidenten auch über eine mögliche gemeinsame Freihandelszone beraten. Es ist bereits das zweite Treffen der beiden. Im August vergangenen Jahres hatte Al-Sisi Putin im russischen Sotschi besucht.

Russland zählt du den wichtigsten Verbündeten Ägyptens. Trotz der Unruhen seit der Revolution 2011 gehören russische Touristen zu den treuesten Urlaubern; erst mit dem Einbruch des Rubels Ende vergangenen Jahres blieben Urlauber fern. Weiterhin wird fast die Hälfte des ägyptischen Getreidebedarfs aus Russland importiert.