Putin trifft Merkel zu bilateralem Gespräch in Brisbane

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für den G20-Gipfel in Australien zu einem bilateralen Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel verabredet. «Wir haben ein Treffen geplant», sagte Putin in einem veröffentlichten Interview der russischen Staatsagentur Tass.

Putin trifft Merkel zu bilateralem Gespräch in Brisbane
Snpa / Ross Setford Putin trifft Merkel zu bilateralem Gespräch in Brisbane

Putin sollte am Abend in Brisbane landen. Der Gipfel ist an diesem Samstag und Sonntag. Merkel hatte auf dem Weg nach Australien gesagt, dass sie ein Treffen mit Putin angesichts des Ukraine-Konflikts nicht ausschließe. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten mit Militär und Personal auszurüsten.

Putin sagte, er gehe nicht davon aus, dass seine persönliche Beziehung zu Merkel unter dem Ukraine-Konflikt gelitten habe. «Wir lassen uns von Interessen leiten und nicht von Sympathie oder Antipathie», sagte der Kremlchef. Er verstehe Merkel gut. «Auch sie lässt sich von Interessen leiten, wie jede Regierung. Ich sehe deshalb keine wesentliche Veränderung in unserem Verhältnis.»

Putin kritisierte erneut die westlichen Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise. «Das widerspricht dem Prinzip der G20, der WTO und dem Völkerrecht», sagte er. Die Strafmaßnahmen würden aber wie ein Bumerang auch die EU und die USA treffen. Er werde in Brisbane nicht um eine Aufhebung der Sanktionen bitten. «Das wäre vergeblich.»

Russlands Präsident warf der Führung in Washington vor, Beschlüsse der G20 immer wieder zu ignorieren. So verhinderten die USA seit Jahren eine Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF). «Aber das bedeutet nicht, dass G20 ein überflüssiges Format ist», sagte Putin.