Putin und Obama sprechen über Waffenruhe in Syrien

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben sich bei einem Telefonat nach Angaben aus Moskau für weitere Verhandlungen über eine baldige Waffenruhe in Syrien ausgesprochen.

Die Staatsoberhäupter lobten ausdrücklich die am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz erzielten Ergebnisse, teilte der Kreml mit.

Putin habe erneut für eine internationale Anti-Terror-Koalition in Syrien geworben, hieß es am Sonntag. Enge Kontakte zwischen den Verteidigungsministerien Russlands und den USA seien weiterhin nötig - etwa auch für humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland. Dazu würden die Behörden beider Länder künftig noch intensiv zusammenarbeiten.

Russland stützt das Regime in Damaskus mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

Putin und Obama sprachen dem Kreml zufolge auch über den Krieg in der Ostukraine. Dabei habe der russische Präsident von der Führung in Kiew gefordert, die vor einem Jahr in Minsk vereinbarten Punkte umzusetzen. Dazu gehört ein Sonderstatus für die Separatistengebiete.

Unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten sich die Konfliktparteien am 12. Februar 2015 auf einen Friedensplan geeinigt. Für die schleppende Umsetzung geben sich die prowestliche Regierung in Kiew und die prorussischen Aufständischen gegenseitig die Schuld.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat an das Assad-Regime und die syrische Opposition appelliert, die Kampfhandlungen zurückzufahren. «Ich rufe Russland und alle anderen Staaten, die am Waffenruheplan beteiligt sind, dazu auf, ihren Einfluss gelten zu machen, damit humanitäre Hilfe überall in Syrien möglich wird und das Assad-Regime wie auch die syrische Opposition, die Kampfhandlungen zurückfahren», sagte Steinmeier der «Bild am Sonntag». «Wir dürfen nicht zulassen, dass die «Münchener Verpflichtungen» im Bombenhagel des Assad-Regimes und der fortgesetzten entgrenzten Brutalität der Kämpfe in Syrien untergehen.»

Zum Abschluss der Münchner Sicherheitskonferenz stehen heute die Konflikte in Afrika und der Golfregion sowie die Flüchtlingskrise im Mittelpunkt.

Zu den Rednern zählen US-Senator John McCain, der irakische Kurden-Präsident Massud Barsani und UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. An dem weltweit wichtigsten sicherheitspolitischen Expertentreffen nahmen seit Samstag mehr als 30 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 60 Außen- und Verteidigungsminister teil. Der Syrien-Konflikt war das klar dominierende Thema.

Am Samstag hatte Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew für Furore gesorgt, als er in seiner Rede einen «neuen kalten Krieg» beklagte. Kurz danach warb er aber für eine Wiederannäherung zwischen Ost und West.