Rachmon vor Wiederwahl in Tadschikistan

Der seit mehr als 20 Jahren mit harter Hand regierende tadschikische Präsident Emomali Rachmon hat sich in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik seiner Wiederwahl gestellt.

Die Wahlkommission in der Hauptstadt Duschanbe erklärte die Abstimmung am Mittwoch für gültig, nachdem bis 13.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ) 68 Prozent der vier Millionen Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Die notwendige Mindestwahlbeteiligung lag bei 50 Prozent.

Der 61-jährige Rachmon, der das islamisch geprägte Hochgebirgsland mit Grenzen unter anderem zu China und Afghanistan seit 1992 führt, will weitere sieben Jahre im Amt bleiben. Die Wahllokale schließen um 16.00 Uhr MEZ. Das Ergebnis soll am Donnerstag verkündet werden.

Die Opposition um die Partei der Islamischen Wiedergeburt und die Sozialdemokratische Partei boykottierte die Wahl. Regierungsgegner warfen den Behörden Verstöße gegen die Wahlgesetze des Landes vor. Sie nannten die Abstimmung eine Farce.

Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben bisher noch keine Abstimmung in dem auf Entwicklungshilfe angewiesenen Staat als demokratisch anerkannt. Rachmons fünf Mitbewerber hatten ebenfalls zur Wahl des Amtsinhabers aufgerufen.

«Ich rechne damit, dass sich Rachmon zwischen 77 und 86 Prozent der Stimmen geben lässt», sagte der Politologe Parwis Mullodschanow der Nachrichtenagentur dpa in Duschanbe. Rachmon werde von weiten Teilen der Bevölkerung gestützt, weil er das Land nach einem Bürgerkrieg von 1992 bis 1997 mit Zehntausenden Toten nachhaltig zur Ruhe gebracht habe.