Radrennen in Frankfurt nach Bombenfund abgesagt

Nach dem Bombenfund in Oberursel ist das für Freitag geplante Profi-Radrennen «Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn» abgesagt worden. Diese Entscheidung traf das hessische Landeskriminalamt (LKA).

Radrennen in Frankfurt nach Bombenfund abgesagt
Arne Dedert Radrennen in Frankfurt nach Bombenfund abgesagt

Hinweise auf eine eventuelle Gefährdung der Bevölkerung seien der Grund. Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12.00 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen.

«Hier herrscht große Fassungslosigkeit», sagte eine Sprecherin des Veranstalters nach der Entscheidung der Deutschen Presse-Agentur. Die Radprofis hatten beim traditionellen Zusammenkommen am Abend vor dem Rennen in Frankfurt von der Absage erfahren.

Zum engsten Favoritenkreis zählte der deutsche Radprofi John Degenkolb, der in Frankfurt 2011 gewonnen hatte. Er wollte sich bei seinem Heimrennen weiteres Selbstvertrauen für die Tour de France im Sommer holen.

Die Veranstalter waren bis zuletzt davon ausgegangen, dass das Rennen wie geplant durchgeführt werden könnte. Das LKA sah das Risiko aber als zu groß an. «Viele Menschen freuen sich, wie seit Jahren, auf das morgige Traditionsereignis. Doch bei allem sportlichen Reiz - aufgrund der Gefährdungsbewertung und der Tatsache, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch zu viele Fragen offen sind, geht die Sicherheit unbedingt vor!», hieß es in der LKA-Mitteilung.

Das Radrennen ist nicht die erste Sportveranstaltung, die vermeintlich ins Visier von Terroristen gerät. Im April 2013 war der Boston-Marathon Ziel eines Anschlags.

BDR-Präsident Rudolf Scharping zeigte Verständnis für die Absage. «Für den Sport, die Zuschauer und die vielen Ehrenamtlichen ist das natürlich ein schwerer Schlag. Aufgrund der Gefahrenlage ist es aber eine verständliche Entscheidung des LKA», sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer. «So etwas, was in Boston passiert ist, will natürlich niemand erleben.»