Razzia gegen Islamisten in Berlin

Die Berliner Polizei ist mit einer Razzia gegen mutmaßliche Unterstützer von Islamisten in Syrien vorgegangen. 400 Beamte durchsuchten am Morgen die Ibrahim-Al-Khalil-Moschee und sieben Wohnungen.

Computer und Unterlagen wurden beschlagnahmt, wie ein Sprecher mitteilte. Die Ermittlungen wegen der Planung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten laufen bereits seit sechs Monaten.

Ein aus Marokko stammender 51-jähriger Imam steht unter Verdacht, junge Muslime zum islamistischen Kampf in Syrien gegen das dortige Assad-Regime aufgefordert zu haben. Ein zweiter Verdächtiger, ein 19-jähriger Mazedonier, soll schon in Syrien sein.

Der Imam, der nicht festgenommen wurde, wies die Vorwürfe am Dienstag im Gebetsraum der Moschee als «völlig absurd» zurück und bezeichnete sich als Teil von Deutschland. Er würde niemals zu Gewalt aufrufen, sagte er. Der Verfassungsschutz stuft die Moschee als Hochburg von Salafisten ein.

Laut Polizei liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschuldigten Anschläge in Deutschland geplant haben. Es gibt demzufolge auch keinen Zusammenhang mit dem Fall eines Islamisten, der in der vergangenen Woche in Berlin erschossen worden war, nachdem er mit einem Messer auf eine Polizistin eingestochen hatte.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte: «Es darf und wird keine Toleranz geben für diejenigen, die in Moscheen zu Hass und Gewalt anstacheln.»