Razzia in Brüssel

Bei einem Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polizei eine Person festgenommen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend.

Razzia in Brüssel
Olivier Hoslet Razzia in Brüssel

Die Identität des Festgenommenen ist unklar, laut dem Radiosender RTBF handelt es sich aber nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam.

Ein Drahtzieher der Anschläge von Paris könnte nach Medienberichten der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Das berichteten die belgischen Tageszeitungen «De Standaard» und «Het Nieuwsblad» unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste.

Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen. Abaaoud gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Der 28-jährige Belgier mit marokkanischen Wurzeln soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten und dort für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. Früher lebte er in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

Es gibt zahlreiche Verbindungen der Pariser Attentate nach Belgien. Zwei der getöteten Terroristen lebten zuletzt im Großraum Brüssel, sie hatten einen französischen Pass.

Es sind mehrere Wagen mit belgischen Kennzeichnen in Zusammenhang mit den Anschlägen aufgetaucht. In der Nähe des «Bataclan» wurde ein schwarzer Polo mit belgischem Kennzeichen gefunden. Ein weiterer verdächtiger Mietwagen mit belgischem Kennzeichen wurde in der Nähe des Pariser Friedhofs Père Lachaise entdeckt.

Der Dschihadist Abaaoud soll auch Hintermann einer Terrorzelle gewesen sein, die in Belgien Anschläge gegen Polizisten plante. Bei einem Großeinsatz gegen die Gruppe im ostbelgischen Vervier waren im Januar zwei mutmaßliche Dschihadisten getötet worden.