Razzia in Franken verhindert wohl rechtsextremen Anschlag

Mit der Razzia gegen eine rechtsextreme Gruppierung in Franken haben die Ermittler möglicherweise einen Anschlag verhindert.

Razzia in Franken verhindert wohl rechtsextremen Anschlag
Christian Herse Razzia in Franken verhindert wohl rechtsextremen Anschlag

Es gebe Hinweise darauf, dass damit «weitere Straftaten oder Anschläge verhindert worden sein könnten», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag beim Besuch der Rückführungseinrichtung für Balkan-Flüchtlinge in Bamberg. Bei der Razzia waren am Mittwoch zahlreiche Objekte in Ober- und Mittelfranken durchsucht worden. Drei Mitglieder der Gruppierung waren bei der Razzia verhaftet worden.

Gegen die Täter bestehe unter anderem der Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwochabend bekannt. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, die Männer hätten kiloweise Feuerwerkskörper aus Osteuropa bestellt. Die Polizei habe den Pyrotechnik-Sprengstoff aber abgefangen. Bei der Razzia, an der nach Angaben Herrmanns unter anderem fast 90 Polizeibeamte beteiligt waren, wurden auch eine Schusswaffe sowie weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt.

Die SPD-Fraktion im Landtag reagierte besorgt. Der Sprengstoff sei ein weiteres Indiz für die steigende Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene in Bayern, sagte der Abgeordnete Florian Ritter. Es sei überfällig, insbesondere die Gruppen «Die Rechte» und «Der Dritte Weg» neu zu bewerten und gegebenenfalls Verbotsverfahren zu starten.

In Bamberg haben Anhänger des rechtsextremen Spektrums für den 31. Oktober eine Demonstration vor der Aufnahme- und Rückführungseinrichtung für Flüchtlinge ohne Chance auf ein Bleiberecht angemeldet. Ob die möglicherweise geplanten Gewalttaten damit in Zusammenhang stehen, blieb zunächst unklar. Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sagte, er sei sehr besorgt angesichts der Gewaltbereitschaft in rechtsextremen Kreisen. Man werde nun die Ergebnisse der Razzia bei der rechtlichen Prüfung einbeziehen, um den geplanten Aufmarsch möglicherweise doch noch verhindern zu können.