Razzia in Groß-Bordell: Ermittler werten Unterlagen aus

Nach einer Razzia in einem Groß-Bordell in Berlin-Halensee beginnt die Sichtung der beschlagnahmten Unterlagen. Heute Vormittag will sich die Staatsanwaltschaft näher zu dem Einsatz äußern.

Razzia in Groß-Bordell: Ermittler werten Unterlagen aus
Paul Zinken Razzia in Groß-Bordell: Ermittler werten Unterlagen aus

An der Aktion in dem Gebäude an der Autobahn 100 waren am Mittwochabend laut Polizei insgesamt rund 900 Beamte beteiligt, darunter etwa 680 Polizisten. Dazu kamen Kräfte der Zollinspektion und Steuerfahnder.

Vollstreckt wurden den Angaben zufolge Haftbefehle gegen zwei Betreiber des Bordells am westlichen Stadtrand und vier dort arbeitende Frauen. Ermittelt wird unter anderem wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und des Verdachts auf Menschenhandel. Außerdem wurden sechs Wohnungen in Berlin und im restlichen Bundesgebiet durchsucht.

Die Ermittler hegen insbesondere den Verdacht der Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen. Denn die in dem Etablissement arbeitenden Frauen waren nach ihren Erkenntnissen nicht wie vorgegeben selbstständig tätig, sondern angestellt. Der Schaden wegen Scheinselbstständigkeit betrage allein 17,5 Millionen Euro. Dazu kämen noch etwa sechs Millionen Euro hinterzogene Steuern.