RB Leipzig nach Abbruch bereit für Wiederholung

RasenBallsport Leipzig polarisiert. Wo der von Red Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz mit Millionen Euro protegierte Fußball-Zweitligist auftritt, sind Provokationen auf der Tagesordnung. Und das vom Tag der Gründung an.

Egal ob gegnerische Fans, Funktionäre oder Gegenspieler - die Leipziger erfahren permanent, wie ungeliebt sie sind. Von ihrer Linie lassen sie sich aber nicht abbringen und zeigen nun wahre sportliche Größe. Nach dem Abbruch-Spiel von Osnabrück bieten die Leipziger ein Wiederholungsspiel an. Doch darüber entscheidet letztlich nur die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

«Wir wollen sportlich in die nächste Runde, nicht über den Grünen Tisch», sagte Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick vor der ersten Trainingseinheit nach dem Skandalspiel. Der 57-Jährige vermeidet generell jegliche Kritik an der Konkurrenz, auch zu Provokationen der Osnabrücker, betonte aber: «Ich glaube nicht, dass wir mit unserer Art, wie wir gespielt haben, zu eskalierenden Dingen beigetragen haben».

Sein Kapitän Dominik Kaiser wurde da deutlicher: «Einige Spieler des VfL haben auf dem Platz extrem provoziert und versucht, so die Stimmung noch etwas anzuheizen. Das haben auch Ergänzungsspieler getan, wie in der entscheidenden Szene, als Davie Selke angemacht wurde», sagte der Mittelfeldakteur.

Rangnick ist froh, «dass solche Dinge bei uns im Stadion nicht passieren. Ich glaube, wir sind der Verein, wo prozentual die meisten Familien, Kinder und Frauen im Stadion sind.» RB stehe für Fairness, Fair Play, Familienfreundlichkeit, soziales Engagement, sportlichen Wettkampf und gegenseitigen Respekt.

Den lassen andere oftmals vermissen. Vor allem von sogenannten Traditionsclubs bekommen die Sachsen immer wieder heftigen Gegenwind. Im Internet wurde eine deutschlandweite Kampagne «Nein zu RB» gegründet. Transparente mit der Aufschrift hängen in den Stadien zahlreicher Zweitligisten. Viele Anhänger boykottieren die Auswärtsspiele ihrer Clubs in Leipzig.

Den vorläufigen Höhepunkt erlebte RB in der vorigen Saison in Karlsruhe, als der Mannschaftsbus und das Autos von Rangnick beim Verlassen des Stadions blockiert und ein Trikot-Rücktausch gefordert wurden sowie schwarz gekleidete Personen ins Mannschaftshotel eindrangen.