Rückkehrer Pilic und Kohlmann als Davis-Cup-Spitze

Rückkehrer Niki Pilic und der bisherige Assistent Michael Kohlmann sollen den Zwist im deutschen Herren-Tennis vergessen lassen und das Davis-Cup-Team zu einer erfolgreichen Einheit formen.

Rückkehrer Pilic und Kohlmann als Davis-Cup-Spitze
Pavel Neubauer Rückkehrer Pilic und Kohlmann als Davis-Cup-Spitze

Der einstige deutsche Team-Kapitän Pilic wird zukünftig als Berater arbeiten, Kohlmann die Rolle des Teamchefs übernehmen. Das bestätigte der Vize-Präsident des DTB, Dirk Hordorff, der Deutschen Presse-Agentur.

«Ich glaube, wir haben einen optimalen Wurf gemacht. Wir sind gut für die Zukunft aufgestellt», sagte Hordorff, der auch gern Boris Becker verpflichtet hätte. Weniger als einen Monat vor dem Erstrunden-Spiel gegen Frankreich haben die DTB-Verantwortlichen damit eine Lösung für die Nachfolge von Carsten Arriens gefunden. Vom 6. bis 8. März treten die deutschen Herren in Frankfurt an.

Der DTB hat einen großen und prominenten Betreuerstab zusammengestellt: Der frühere Hallen-Weltrekordler im Hochsprung, Carlo Thränhardt, wird Fitnesscoach, Klaus Eder Physiotherapeut. Als Co-Trainer soll Dirk Dier arbeiten, der diese Funktion auch beim Fed-Cup-Team von Barbara Rittner ausübt. Klaus Eberhard werde zudem ähnlich wie Oliver Bierhoff im deutschen Fußball als Teammanager fungieren. «Wir haben ein rundes Team um das Team gebaut», erklärte Hordorff. Eine offizielle Pressemitteilung kündigte DTB-Präsident Ulrich Klaus für Donnerstagmittag an.

Der inzwischen 75-jährige Pilic führte 1988, 1989 und 1993 die deutsche Equipe und 2005 auch das kroatische Team zum Davis-Cup-Sieg. «Das finde ich toll, dass ein Mann wie Pilic zurückkommt, in eine Rolle, die Michi Kohlmann gut tun wird», erklärte der frühere Teamchef Patrik Kühnen bei Sky. Hordorff meinte: «Niki Pilic ist für jedes Davis-Cup-Team der Welt eine Bereicherung.»

Kohlmann fungierte bislang als Co-Trainer und ist zudem für den Nachwuchs zuständig. Der 41-Jährige sei in Spielerkreisen sehr beliebt, erklärte Kühnen. Er sei ein toller Mannschaftsspieler, habe menschliche Vorzüge und könne auch taktische Marschrouten vorgeben. «Es ist schon naheliegend, dass er sehr informiert einsteigen kann», begründete Hordorff die Entscheidung.

Hordorff war bei der Suche der entscheidende Mann. Er führte für das Präsidium die Gespräche mit den potenziellen Kandidaten und musste dabei auch Anfang der Woche eine Absage von Wunschkandidat Becker hinnehmen. Vor zehn Tagen musste Arriens auch wegen des Streits um Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber gehen. Der Augsburger, als 22. in der Weltrangliste bester Deutscher, ist nach einem Zwist mit Arriens aus dem deutschen Team ausgeschlossen.

Die Verantwortlichen wollen, dass der umstrittene 31-Jährige wieder ins Team zurückkehrt. Für eine Begnadigung hatte sich jüngst sogar Becker ausgesprochen. Bei den Australian Open hätte der Streit ausgeräumt werden sollen. Arriens selbst hatte den Schritt zu Jahresbeginn angedeutet. Dann aber ließ er Hordorff und Kohlschreiber vergebens warten.