Rechte Pöbeleien vor sächsischem Flüchtlingsheim gehen weiter

Vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge im sächsischen Bischofswerda ist es den zweiten Abend in Folge zu ausländerfeindlichen Pöbeleien gekommen.

Mehr als 50 Menschen versammelten sich am Freitagabend vor dem früheren Bekleidungsbetrieb und skandierten fremdenfeindliche Parolen. Die Stimmung sei «durchaus aggressiv», sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei sei am Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Bereits die Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Nacht zu Freitag war von ausländerfeindlichen Pöbeleien von etwa 50 bis 70 Menschen begleitet worden. Die Migranten konnten letztlich nur mit Hilfe der Polizei einziehen.

Für Freitagabend meldete dann eine rechte Initiative kurzfristig einen Protestmarsch durch die benachbarten Straßen an. Zuvor hatte es Aufrufe in sozialen Netzwerken gegeben. Nach einem kurzen Marsch stoppten die Teilnehmer erneut vor dem Heim. Einige versperrten vorübergehend den Zufahrtsbereich zu dem Heimgelände, wie der Polizeisprecher sagte. Sie kamen aber der Aufforderung nach, den Bereich zu räumen.

Ein Bus mit weiteren Flüchtlingen wurde nach Angaben des Sprechers mit zahlreichen «verbalen Entgleisungen» empfangen. Die Parolen seien jedoch strafrechtlich nicht als Volksverhetzung zu werten. Es sei auch zu keiner Gewalt gekommen.