Rechtsnationale SVP gewinnt Schweizer Parlamentswahl klar

Mit Forderungen nach einer Verschärfung des Asylrechts hat die rechtsnationale SVP die Parlamentswahlen in der Schweiz klar gewonnen.

Rechtsnationale SVP gewinnt Schweizer Parlamentswahl klar
Alessandro Della Valle Rechtsnationale SVP gewinnt Schweizer Parlamentswahl klar

Sie holte laut der am Abend veröffentlichten landesweiten Hochrechnungen elf zusätzliche Mandate und baute damit ihren Vorsprung als stärkste Partei der Eidgenossenschaft noch deutlich aus. Insgesamt hat die SVP demnach nun 65 der 200 Sitze im Nationalrat, der großen Kammer des Parlaments. Als zweitstärkste Kraft konnten sich den Hochrechnungen zufolge die Sozialdemokraten (SP) behaupten, die für eine gemäßigte Asylreform und eine engere Kooperation mit der EU geworben hatten. Unter anderem in den Kantonen Zürich und Luzern legte die SP zu.

Für die SVP zieht nun erstmals die Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher in den Nationalrat ein - sie ist die Tochter des Milliardärs und SVP-Ziehvaters Christoph Blocher. Im Kanton Graubünden eroberte sie einen zweiten Sitz für die Nationalkonservativen.

Einen Abgeordnetenmandat gewann offenbar auch der SVP-Quereinsteiger und «Weltwoche»-Chefredakteur Roger Köppel. Der einstige Chefredakteur der deutschen Tageszeitung «Die Welt» (2004-2006) war erst kürzlich der SVP beigetreten und gilt vielen bereits als ihr neuer «Chefideologe» in den Fußstapfen von Blocher.

Die SVP hatte im Wahlkampf betont, sie wolle die Zuwanderung von Ausländern in die Schweiz begrenzen, Missbräuche im Asylwesen beseitigen und einen «Anschluss» des Alpenlandes an die EU verhindern.

Zuwächse in einigen Kantonen konnte auch die rechtsliberale FDP verbuchen. Die Christdemokraten mussten Einbußen hinnehmen, auch kleinere Mitte-Parteien verloren Stimmen. Politikforscher sprachen in ersten Analysen von einer Machtverschiebung von Mitte-Links nach Mitte-Rechts.

Die rund fünf Millionen stimmberechtigten Eidgenossen waren aufgerufen, 200 Abgeordnete des Nationalrats - der großen Kammer des Parlaments - sowie 45 der 46 Vertreter der Kantone im Ständerat zu wählen.