Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz im westafrikanischen Mali wahrscheinlich auf den gefährlichen Norden des Landes ausweiten. Bundesaußenminister Steinmeier sagte, es werde noch in dieser Woche einen militärischen Vorschlag zur Beteiligung an der UN-Blauhelmmission Minusma geben.

Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali
Maurizio Gambarini Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali

«Da geht es unter anderem um Aufklärungskapazitäten, die geschaffen werden müssen.» Wieviele Soldaten zusätzlich dafür nach Mali geschickt werden müssten, sagte der SPD-Politiker nicht.

Die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstag) berichtete, dass der Einsatz von Aufklärungsdrohnen erwogen werde. Bisher ist die Bundeswehr mit 200 Soldaten an einer EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden des Landes beteiligt. An Minusma nehmen derzeit nur neun deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil.

Der Einsatz der Blauhelmsoldaten im Norden Malis ist deutlich gefährlicher als die Ausbildungsmission im Süden. Bis zum 30. Juni wurden dort 56 Blauhelmsoldaten getötet. Das Wüstengebiet war im Zuge eines Putsches 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen hatten dort die Macht an sich gerissen. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Januar 2013 konnte das Gebiet wieder weitgehend befreit werden.