Regierungsvertreter und Forscher feilen an Weltklimabericht

Ein jahrelanger und sehr arbeitsreicher Prozess geht zu Ende: Der Weltklimarat verleiht seinem fünften großen Bericht in dieser Woche den letzten Schliff. Er soll auch den Weg zu einem globalen Klimaabkommen zeigen.

Regierungsvertreter und Forscher feilen an Weltklimabericht
Hotli Simanjuntak Regierungsvertreter und Forscher feilen an Weltklimabericht

Der Weltklimarat (IPCC) hat in Kopenhagen eine Debatte über die Zusammenfassung aller drei Teile seines neuen großen Klimaberichts begonnen. Bis zum Freitag ringen Wissenschaftler und Regierungsvertreter um den Wortlaut wichtiger Kernaussagen des sogenannten Synthesis-Report, den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und IPCC-Chef Rajendra Pachauri am Sonntag präsentieren wollen.

Der Bericht solle «eine Straßenkarte» für politische Entscheidungsträger sein, anhand derer sie den Weg zu einem globalen Abkommen zum Klimaschutz finden könnten, sagte Pachauri am Montag zum Auftakt der Diskussionen in der dänischen Hauptstadt.

Über die Kernaussagen des 5. Weltklimareports beraten Forscher und Politiker wenige Tage nachdem sich die EU-Staaten in Brüssel auf langfristige Ziele beim Klimaschutz geeinigt haben. Unter anderem soll der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in der EU bis 2030 um mindestens 40 Prozent sinken. «Politische Entscheider sollten sich nicht von der scheinbaren Hoffnungslosigkeit, dem Klimawandel zu begegnen, überwältigen lassen», sagte Pachauri. «Es ist nicht hoffnungslos.»

Die drei einzelnen Teile des Reports hatte das Gremium im September 2013 sowie im März und April 2014 vorgestellt. Danach können die Forscher etwa noch sicherer sagen als zuvor, dass der Mensch der dominierende Faktor für den Temperaturanstieg seit rund 60 Jahren ist. Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur zeigen sich jetzt schon auf allen Kontinenten und in allen Ozeanen.

Für den Bericht, den der scheidende IPCC-Chef Pachauri die «umfassendste Bewertung des Klimawandels, die jemals unternommen wurde», nennt, werteten mehr als 830 Leitautoren und weitere Forscher 30 000 wissenschaftliche Arbeiten aus. Die Zusammenfassung des Reports «destilliere und integriere» Aussagen der Teilberichte, sagte Pachauri. Daneben fließen auch zwei Sonderberichte aus dem Jahr 2011 in den Synthesis Report ein.