Regionalwahlen in Frankreich: Beste Aussichten für Le Pen

Erste Runde der mit Spannung erwarteten Départementswahlen in Frankreich: Millionen Wähler haben am Sonntag die Stimme abgegeben, um ihre Vertreter in den Départements für die nächsten sechs Jahre festzulegen.

Die nationale Politik beobachtete die Abstimmung zwei Jahre vor der Kür eines neuen Staatspräsidenten mit größter Aufmerksamkeit.

Den Umfragen zufolge zeichnete sich bei schwacher Wahlbeteiligung wieder ein Auftrumpfen der rechtsextremen Front National (FN) Marine Le Pens sowie ein gutes Abschneiden der konservativen UMP des Ex-Staatschefs Nicolas Sarkozy ab - und damit eine neue Schlappe für Präsident François Hollande und die Linke.

Schleppend hatte die erste Runde begonnen. Bis zum Mittag gaben 18 Prozent der 43 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium mitteilte. Das waren etwas mehr als die knapp 16 Prozent bei vergleichbaren Wahlen 2011. In Frankreich gibt es 101 solcher Kreise, wobei in Paris und Lyon sowie teils in Übersee nicht votiert wurde. Die entscheidende Stichwahl folgt am nächsten Sonntag.

«Es geht um die Nichtwähler und um das Abschneiden der FN», sagte Hollande bei der Stimmabgabe im südfranzösischen Tulle. Gerade die linken Wähler hatten den Umfragen zufolge sehr wenig Lust auf eine Wahl, zumal die Zukunft der Kreise in Frankreich wegen geplanter Strukturreformen eher ungewiss ist. Die FN-Anhänger dagegen schienen mobilisiert, so dass die Partei auf etwa 30 Prozent kommen könnte.

Gerechnet wurde jedenfalls mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der FN und der UMP. Die Linke könnte in der Stichwahl Dutzende ihrer bisher 61 verwalteten Départements verlieren, und Marine Le Pens Front National zumindest mit Prozentzahlen dort glänzen, wo die Partei bislang noch wenig Fuß gefasst hat. Möglicherweise gewinnt sie ein Département. In einer «republikanischen Front» gegen die FN dürfte die Linke dazu aufrufen, in der Stichwahl für chancenreiche Konservative zu stimmen.

Rechtzeitig vor der Wahl eines Staatschefs 2017 will Sarkozy testen, ob er Überzeugungskraft zurückgewonnen hat. Ihm wird nachgesagt, eine neuerliche Kandidatur im Kampf um den Élysée-Palast vorzubereiten.

Die Wahllokale sollten zwischen 18.00 und 20.00 Uhr schließen. Mit ersten aussagekräftigen Ergebnissen wurde noch am Abend gerechnet.