Rekordvergleich mit JPMorgan steht

Nach wochenlangem Hickhack scheint der 13 Milliarden Dollar schwere Vergleich zwischen JPMorgan Chase & Co und der US-Regierung wegen umstrittener Hypothekengeschäfte zu stehen. Die letzten Streitpunkte seien am Montag ausgeräumt worden, berichteten mehrere Medien.

Rekordvergleich mit JPMorgan steht
Justin Lane Rekordvergleich mit JPMorgan steht

Die Einigung solle vermutlich noch an diesem Dienstag offiziell bekanntgegeben werden. Es wäre der teuerste Vergleich für Banken in der US-Geschichte. Unter anderem soll die amerikanische Großbank verzweifelten Hausbesitzern, die ihre Kreditraten nicht mehr zahlen können, mit rund 4 Milliarden Dollar helfen.

Bereits Mitte Oktober hatte es nach einer Einigung zwischen der Bank und dem US-Justizministerium ausgesehen. Doch dann drohte die Verständigung noch zu scheitern. Vor allem die Vorstellung der Bank, sich einen Teil der Kosten beim Einlagensicherungsfonds FDIC zurückzuholen, stieß in der Regierung auf Widerstand. Nun ist JPMorgan den Berichten nach bereit, darauf zu verzichten. Mit dem Vergleich büßt die Bank vor allem für die Fehler der 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise übernommenen Sparkasse Washington Mutual. JPMorgan hatte das zusammengebrochene Institut damals auch auf FDIC-Druck übernommen.

Profitieren von der Einigung sollen auch zahlreiche von der Immobilienkrise besonders betroffene Hausbesitzer. Sie sollen etwa neue günstigere Kredite bekommen. Denn gerade in heruntergekommenen Vierteln einiger Großstädte wie Detroit übersteigen die vor der Finanzkrise aufgenommenen Kredite den aktuellen Wert der Häuser. Zudem ist die Bank bereit, verwahrloste Gebäude auf eigene Kosten abzureißen, um die Wohngegenden wieder attraktiver zu machen. Bis 2016 sollen die Programme laufen. Sie werden von einem von der Bank bezahlten unabhängigen Aufseher kontrolliert.

Weitere 2 Milliarden Dollar zahlt JPMorgan laut «New York Times» an die kalifornische Staatsanwaltschaft. Diese hatte im September damit gedroht, die Bank offiziell anzuklagen. Damit brachten die Strafermittler die Vergleichsverhandlungen in Schwung. Unter anderem war Bankchef Jamie Dimon persönlich nach Washington gereist, um mit Justizminister Eric Holder zu sprechen.

Den größten Batzen des Vergleichs bilden mit 7 Milliarden Dollar Entschädigungen für Investoren. Dazu gehört auch die bereits Ende Oktober offiziell bekanntgegebene Zahlung von 4 Milliarden Dollar an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Ihnen soll JPMorgan vor der Finanzkrise Hypothekenpapiere angedreht und dabei bewusst falsche Angaben über deren Qualität gemacht haben. Die Bank hatte am Freitag zudem getrennt davon einen 4,5 Milliarden Dollar schweren Vergleich mit privaten Investoren verkündet.