Remis in Paderborn: Bremen holt 0:2-Rückstand auf

Der SC Paderborn wehrt sich weiter energisch gegen den drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Gegen Werder Bremen hat der Underdog aus Ostwestfalen aber zwei Punkte verspielt. Nach klarer Führung musste man sich am Sonntag mit einem 2:2 (2:1) begnügen.

Remis in Paderborn: Bremen holt 0:2-Rückstand auf
Oliver Krato Remis in Paderborn: Bremen holt 0:2-Rückstand auf

Immerhin konnte das Team von André Breitenreiter am 30. Spieltag den erstmaligen Absturz auf den letzten Tabellenplatz vermeiden. «Das Spiel hätte nur einen Sieger verdient gehabt, den SC Paderborn. Wir haben es verpasst, das Spiel zu entscheiden», sagte der Trainer. «Wir hatten so viele freie Kopfbälle, da musste einer von rein.»

Mario Vrancic (25. Minute) und Rückkehrer Moritz Stoppelkamp (27.) erzielten vor 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena die Tore für Paderborn. Werder kam durch Davie Selke (45.) und den Premierentreffer des kurz zuvor eingewechselten Izet Hajrovic (76.) noch zu einem schmeichelhaften Punktgewinn. «Wir haben da einmal gepennt. Wir haben aber ein Riesenspiel gemacht. Das ist ein Schritt nach vorne», sagte Vrancic.

«Wir haben mit Glück einen Punkt geholt. Es war ein schwaches Spiel von uns», gestand Werder-Trainer Viktor Skripnik. «Wir verschlafen zehn Minuten extrem. Dann sind wir erst aufgewacht. Gott sei Dank haben wir noch den Ausgleich gemacht. Wir waren auf uns selber sauer», sagte Werders Zlatko Junuzovic nach seinem 100. Bundesliga-Spiel bei Sky.

Paderborn geht als 17. in den Saisonschlussspurt und muss im kommenden Spiel beim SC Freiburg auf die gesperrten Michael Heinloth (Gelb-Rote Karte/78.) und Vrancic (5. Gelbe Karte) verzichten. Immerhin ist der Rückstand auf Platz 15 bei nur einem Punkt weiterhin knapp. Werder ist mit 39 Zählern Neunter und hält Kontakt zu den Europa-League-Rängen.

Wie skurril die Saison für Paderborn verläuft, verdeutlicht auch eine Statistik: Nur in drei von 14 Spielen 2015 gelang ein Tor - wenn man traf, verlor man aber auch nicht. Die durchaus gute Leistung gegen Werder gerade Mitte der ersten Halbzeit weckte Erinnerungen an den euphorischen Saisonbeginn, als die frechen Aufsteiger die Liga aufmischten. Doch zu einem Sieg reichte es nicht, weil zu viele Chancen vergeben wurden.

Breitenreiter bot Stoppelkamp erstmals seit März wieder auf - und das lohnte sich. Der Mittelfeldmann brachte Schwung ins Spiel und prüfte Werder-Schlussmann Koen Casteels mit einer leicht verunglückten Flanke (25.). Nach dem folgenden Eckball drosch Vrancic den Ball sehenswert volley ins Bremer Tor. Beim Jubel hielten die Spieler ein Trikot von Florian Hartherz in die Höhe, der wegen des Todes seines Vaters fehlte. Keine zwei Minuten später war Stoppelkamp per Kopfball zur Stelle. Innerhalb von 91 Sekunden hatten die Ostwestfalen ihre Trefferbilanz 2015 um 50 Prozent erhöht.

Werder brauchte einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Junuzovic (42.) lief alleine auf das Paderborner Tor zu, traf aber SCP-Schlussmann Lukas Kruse direkt im Gesicht. Kurz vor der Pause fiel der Anschlusstreffer doch noch. Selke kam ungehindert aus kurzer Distanz zum Kopfball. Die Spannung war zurück in Paderborn.

Rafa Lopez (46.) prüfte Casteels per Kopfball gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Paderborn drückte auf den dritten Treffer. Werder war defensiv komplett beschäftigt. Einzig Franco Di Santo versuchte sich einmal per Seitfallzieher (58.). Glück hatten die Bremer, dass Schiedsrichter Florian Meyer bei einem Schubser von Alejandro Galvez gegen Srjdan Lakic (61.) nicht Elfmeter pfiff. SCP-Kapitän Hünemeier (69.) vergab eine große Chance per Kopfball. Doch dann kam Werder noch zurück. Hajrovic kam für Galvez und traf sofort per Schuss von der Strafraumgrenze.