Respektvoller Applaus: «The Dark Ages» in München

Respektvoll-verhaltener Applaus für einen bewegenden Theaterabend: Mit «The Dark Ages» brachte der Schweizer Autor und Regisseur Milo Rau am Samstagabend im Münchner Marstall-Theater den zweiten Teil seiner Europa-Trilogie auf die Bühne.

Respektvoller Applaus: «The Dark Ages» in München
Michael Reichel Respektvoller Applaus: «The Dark Ages» in München

Fünf Schauspieler aus Bosnien, Serbien, Deutschland und Russland blickten in autobiographischen Skizzen auf das Ende des Zweiten Weltkrieges, den Zusammenbruch der Sowjetunion und den Balkankrieg.

Unter ihnen Manfred Zapatka, einer der renommiertesten deutschen Schauspieler, der in Heinrich Breloers Dokudrama «Todesspiel» Bundeskanzler Helmut Schmidt verkörperte. Das fast privat anmutende Geschehen wurde live gefilmt und auf eine Leinwand oberhalb der Bühne projiziert, was die sehr persönlich gefärbten Berichte von Krieg und Folter, Flucht und Vertreibung, Heimatverlust und Neuanfang noch intensiver auf das faszinierte Publikum wirken ließ.

Den Soundtrack für die Uraufführung lieferte die slowenische Kult-Band Laibach, die anschließend noch ein Konzert im Residenztheater des Bayerischen Staatsschauspiels gab, zu dem die Marstall-Bühne gehört.

Der erste Teil von Raus Trilogie mit dem Titel «The Civil Wars» war im vergangenen Sommer in Zürich mit großem Erfolg aufgeführt worden. Das Theaterprojekt wird im Winter mit «Die Geschichte des Maschinengewehrs» an der Berliner Schaubühne abgeschlossen.