Resteboxen sollen Verschwendung von Essen stoppen

In Restaurants, Kantinen oder auf dem Volksfest - jährlich werden 23,6 Kilogramm Essen pro Gast weggeworfen. Mit der Aktion «Restlos genießen» will das Bundesernährungsministerium zusammen mit der Initiative «greentable» jetzt etwas gegen die Verschwendung unternehmen.

Zunächst werden bundesweit 15 000 kompostierbare Reste-Boxen kostenfrei in Restaurants verteilt, kündigte die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth in Hamburg an.

Die Restaurants sollen künftig ihren Gästen aktiv anbieten, Reste einzupacken, sagte Marcus Ramster von «greentable». Und die Gäste sollen ermutigt werden, im Lokal nach dieser Möglichkeit zu fragen.

Das Hamburger «Landhaus Scherrer», ein Gourmet-Haus an der Elbchaussee, ist das erste Restaurant, das die Boxen anbietet. Sternekoch und Hausherr Heinz O. Wehmann versteht sich als Wegbereiter der Nachhaltigkeit. «Die Reste-Box ist für uns nur der letzte Schritt». Schon vorher könne jedes Restaurant viel gegen die Verschwendung tun. «Wir werfen nichts weg.» Zum Beispiel? Aus einem ganzen Filet werde ein Medaillon, ein Filetgeschnetzeltes und ein Ragout. «Dazu gehört aber Fachwissen.»

Die «greentable»-Gründer Matthias Tritsch und Marcus Ramster hoffen darauf, einen Mentalitätswandel anzustoßen. 1000 Restaurants in Hamburg hatten sie schon gefragt, nur eins wollte mitmachen, räumte Tritsch ein. Auch Flachsbarth befürchtet: «Wir müssen sicherlich dicke Bretter bohren.» Es gehe um die Wertschätzung für Lebensmittel.

Die Reste-Boxen stammen von einem Hersteller in den Niederlanden. «Sie sind auf der Deponie in acht Wochen verrottet», sagte Wolfgang Thole vom Unternehmen «biofutura».

Die Aktion «Restlos genießen» ist Teil des Projekts «Zu gut für die Tonne» beim Bundesministerium. Dafür steht jährlich knapp eine Million Euro zur Verfügung.