Retter befürchten neue Massenflucht über das Mittelmeer

Die private Flüchtlingshilfe-Organisation «Sea Watch» hat vor einer Massenflucht über das Mittelmeer nach Europa gewarnt.

Retter befürchten neue Massenflucht über das Mittelmeer
Italian Navy / Handout Retter befürchten neue Massenflucht über das Mittelmeer

«Nach offiziellen Schätzungen befinden sich momentan hunderttausende Menschen in nordafrikanischen Ländern, vorwiegend Libyen, und warten auf die Überfahrt nach Europa», sagte der Initiator Harald Höppner der Deutschen Presse-Agentur.

In den Einsätzen der vergangenen Wochen habe das Schiff der Initiative, die «Sea Watch 2», mehrere hundert Menschen aus Seenot gerettet. «Bei anhaltend gutem Wetter erwarten wir einen massiven Verkehr an Flüchtlingsbooten von Libyen aus.» Die Dunkelziffer an Opfern sei vermutlich weitaus höher als die offiziellen Zahlen, «denn Boote, die nicht gefunden werden, werden auch nicht registriert».

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind in den ersten fünf Monaten mehr als 190 000 Menschen über das Mittelmeer geflohen. Davon knapp 156 000 nach Griechenland und 34 000 nach Italien. 1375 Menschen gelten als vermisst oder tot.

Höppner forderte legale und sichere Fluchtwege. Der Pakt zwischen Türkei und EU stelle das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit in Frage. Und: «Die Fluchtursachen und der Leidensdruck der Menschen bestehen fort.» Die sinkenden Flüchtlingszahlen in der Ägäis bedeuteten nur, dass sich die Flüchtlinge andere, noch gefährlichere Fluchtrouten suchten.