Rettungskräfte suchen nach vermisstem Egyptair-Flugzeug

Knapp neun Stunden nach dem Verschwinden eines Egyptair-Airbus suchen Retter im östlichen Mittelmeer nach der Maschine. An dem Einsatz beteiligten sich Schiffe und Flugzeuge aus Frankreich, Griechenland und Ägypten.

Rettungskräfte suchen nach vermisstem Egyptair-Flugzeug
Etienne Laurent Rettungskräfte suchen nach vermisstem Egyptair-Flugzeug

Der Airbus mit 66 Menschen an Bord war auf dem Flug von Paris in die ägyptische Hauptstadt Kairo. Gegen 2.30 Uhr am Morgen verschwand er etwa 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland vom Radar.

Aus dem Luftfahrtministerium in Kairo verlautete, die Maschine sei abgestürzt. Die Ursache sei noch unklar. Es könne sich sowohl um technisches Versagen als auch einen Terroranschlag handeln. In Kairo wurde ein Krisenstab eingerichtet.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten. Ende März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen getötet wurden, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im aktuellen Fall war das Egyptair-Flugzeug am späten Mittwochabend in Paris gestartet. Es sollte um 3.15 Uhr in Kairo landen. Ein Notsignal vor dem Verschwinden wurde nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministers Scharif Fathi nicht abgesetzt. Eine anderslautende Nachricht von Egyptair, die von einem automatischen Notsignal um 4:26 Uhr sprach, sei eine Fehlinformation gewesen, erklärte der Minister.

Egyptair zufolge befand sich der Airbus auf einer Höhe von mehr als 11 000 Metern und etwa 16 Kilometer im ägyptischen Luftraum, als die Maschine vom Radar verschwand. Auf der Internetseite Flightradar24 ist die Flugroute bis zum Abbruch der Kommunikation nachgezeichnet. Diese endet über dem Mittelmeer zwischen Kreta, Zypern und dem ägyptischen Festland.

Die Piloten der Maschine meldeten sich nach Angaben des Chefs der griechischen zivilen Luftfahrtbehörde beim Verlassen des griechischen Luftraums nicht mehr. «Als sie zunächst die Insel Kea (nahe Athen) überflogen, haben sie sich normal gemeldet und keine Probleme erwähnt», sagte Konstantinos Lintzarakos dem griechischen Nachrichtensender Skai. Das war um 1:55 Uhr deutscher Zeit (MESZ).

Anschließend sei die Maschine im griechischen Luftraum normal weiter Richtung Ägypten geflogen. Die Piloten hätten sich aber nicht - wie es üblich ist - beim Verlassen des griechischen Flug-Kontrollraums südlich der griechischen Insel Karpathos und südöstlich der Insel Kreta gemeldet. Wie der griechische Generalstab erklärte, wurde rund 130 Seemeilen (240 Kilometer) süd-südöstlich von Karpathos nach der Maschine gesucht.

Egyptair gab auch die Nationalitäten der gelisteten 56 Passagiere des vermissten Flugs MS804 bekannt. Deutsche standen nicht auf der via Twitter veröffentlichten Liste. Das Auswärtige Amt bemühte sich darum, bei den Behörden in Frankreich und Ägypten Gewissheit darüber zu bekommen. Das zuständige Krisenreaktionszentrum arbeite «mit Hochdruck an der Aufklärung», hieß es aus dem Ministerium.