Reus und Pinto 100-Meter-Sprintmeister in Kassel

Julian Reus ist zum vierten Mal in Serie deutscher Meister im 100-Meter-Sprint geworden. Der Wattenscheider gewann das Finale bei den Titelkämpfen in Kassel bei Gegenwind in 10,30 Sekunden souverän vor dem Leipziger Robert Hering (10,48).

Reus und Pinto 100-Meter-Sprintmeister in Kassel
Sven Hoppe Reus und Pinto 100-Meter-Sprintmeister in Kassel

Als Dritter kam der Kölner Peter Emelieze ins Ziel (10,49). «Ich habe gewonnen und bin fit für Amsterdam. Das ist das Wichtigste», sagte Serienmeister Reus drei Wochen vor den Leichtathletik- Europameisterschaften in den Niederlanden (6. bis 10. Juli). Die EM-Norm für Amsterdam hatte Reus bereits Anfang Juni mit 10,07 Sekunden erfüllt.

Ihren zweiten 100-Meter-Titel nach 2014 holte sich Tatjana Pinto. Die neue deutsche Meisterin aus Paderborn gewann in 11,22 Sekunden vor Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen/11,34) und Rebekka Haase vom LV 90 Erzgebirge (11,45). Vorjahressiegerin Verena Sailer hat ihre Karriere inzwischen beendet.

Die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler hat sich mit dem elften nationalen Titel vom Wettbewerb in Kassel verabschiedet. Bei ihrem letzten DM-Auftritt erkämpfte die 32-Jährige von der LG Eintracht Frankfurt mit 75,32 Metern einen souveränen Sieg. Zweite wurde zum Auftakt der Titelkämpfe im Auestadion Heidlers Dauerkonkurrentin und Teamkollegin Kathrin Klaas (69,95 Meter) vor der Berlinerin Charlene Woitha (67,06). Die Olympia-Norm für die Sommerspiele in Rio (71,00) hatten Ex-Weltmeisterin Heidler und Klaas bereits geschafft.

Kugelstoßer David Storl verteidigte seinen Titel. Der WM-Zweite vom SC DHfK Leipzig gewann die Konkurrenz mit 20,75 Metern. Im Auestadion holte sich der Sachse seinen sechsten nationalen Titel seit 2011 in Serie und gewann wie im Vorjahr vor Tobias Dahm aus Sindelfingen, der mit persönlicher Bestleistung (20,38 Meter) überzeugte. Dritter wurde der Neubrandenburger Patrick Müller (18,86).

Die deutschen Meister mit erfüllter Olympia-Norm werden dem DOSB am 28. Juni mit Vorrang zur Nominierung für die Olympischen Sommerspiele in Rio vorgeschlagen. Storl und Dahm hatten die DLV-Vorgabe (20,50 Meter) bereits erfüllt.