Richtungswahl in Moldau: Kurs nach Osten oder Westen?

Der Präsident der Republik Moldau, Nicolae Timofti, hat die Bürger des Landes zu einer regen Beteiligung an der richtungsweisenden Parlamentswahl aufgerufen. «Sie müssen unbedingt zur Wahl gehen, denn wir wählen unsere Zukunft», sagte Timofti bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Chisinau.

Der Wahlausgang gilt als entscheidend für die Außenpolitik Moldaus. Die Regierung erhofft sich ein Mandat, um ihren proeuropäischen Kurs fortzusetzen. Die Opposition will dagegen eine Bindung der Ex-Sowjetrepublik an Russland. Moldau mit seinen rund 3,5 Millionen Einwohnern liegt zwischen dem EU-Mitglied Rumänien und der Ukraine - und damit im Spannungsfeld zwischen Russland und der Europäischen Union.

Die Wahllokale sind bis 20.00 Uhr (MEZ) geöffnet. Mehr als drei Millionen Wähler sind stimmberechtigt. Umfragen zufolge könnten fünf Parteien ins Parlament einziehen. Prognosen wurden ab 21.00 Uhr erwartet, offizielle Ergebnisse sollen an diesem Montag folgen.

2009 hatten gewaltsame Proteste die Kommunisten aus der Macht gedrängt. Seitdem regiert ein proeuropäisches Bündnis. Der Konflikt um das abtrünnige Gebiet Transnistrien belastet das Verhältnis zwischen Russland und Moldau. Transnistrien boykottiert die Wahl.

Der Chef der oppositionellen Sozialisten, Igor Dodon, rief zu einer Wahl «für ein prosperierendes Moldau an der Seite eines starken Russlands» auf. Der Kommunisten-Chef und frühere Präsident, Vladimir Voronin, sagte, er wolle den Kampf gegen die Korruption vorantreiben.