Riesendemomstration gegen Massentierhaltung und Gentechnik

Sie kamen mit Luftballons, Trillerpfeifen und in Tierkostümen: Gegen Massentierhaltung, Gentechnik und das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP sind tausende Menschen in Berlin auf die Straße gegangen.

Riesendemomstration gegen Massentierhaltung und Gentechnik
Maurizio Gambarini Riesendemomstration gegen Massentierhaltung und Gentechnik

Nach Angaben der Veranstalter der «Kampagne Meine Landwirtschaft» kamen 50 000 Teilnehmer zu der Agrar-Demo am Rande der Grünen Woche. Ein Sprecher der Polizei dagegen ging zunächst von weitaus weniger Teilnehmern aus. Auch über 90 Traktoren rollten mit der Menge vom Potsdamer Platz in Berlin-Mitte zum Bundeskanzleramt.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte am Rande der Grünen Woche, bei der Demonstration würden Themen angesprochen, bei denen man sich fragen müsse, ob etwas zu ändern sei. Mit dem Motto «Wir haben es satt» werde aber die Mehrheit der Landwirte in eine Ecke gestellt. «Deswegen empfehle ich, aus den Ecken und aus der Selbstgewissheit herauszukommen und miteinander zu reden.»

Die Demonstranten forderten fairen Handel, artgerechte Haltung von Nutztieren, gerechte Preise für die Güter von Landwirten und eine gentechnikfreie Saatgut-Vielfalt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach sich für ein Umdenken vor allem in der Fleischproduktion aus. Pro Tier müsse es eine bestimmte Fläche geben, meinte sie. Und: «Antibiotika dürfen nicht mehr zum Einsatz kommen.» Es ergebe keinen Sinn, dass Menschen krank würden durch resistente Keime. «Wir brauchen dieses Billigfleisch nicht.»

Zu dem Protestzug hatte ein Bündnis aus mehr als 80 Bauern-, Verbraucher-, sowie Tier- und Umweltschutz-Organisationen aufgerufen. Die Demonstration fand bereits zum fünften Mal statt. Im vergangenen Jahr hatten sich nach Angaben der Veranstalter rund 30 000 Menschen beteiligt.