Riesenverlust für Hapag-Lloyd

Die Linienreederei Hapag-Lloyd hat im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 604 Millionen Euro erlitten.

Das Konzernergebnis sei aber stark von Einmaleffekten geprägt, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit. Dazu gehörten vor allem die Übernahme der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV sowie eine Wertminderung auf alte Schiffe.

Im Jahr zuvor hatte der Verlust 97 Millionen Euro betragen. Das Transportvolumen steigerte sich dagegen um 7,5 Prozent auf 5,9 Millionen Standardcontainer (TEU), der Umsatz um 3,7 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

«2014 war ein schwieriges Jahr, aber wir haben auch die Grundlage für die Wende gelegt», sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. «Durch den Zusammenschluss mit CSAV haben wir eine viel bessere Basis für die Zukunft.»

Die Fusion war im Dezember abschlossen worden. Hapag-Lloyd ist damit mit rund 200 Schiffen, einem Umsatz von neun Milliarden Euro und 11 000 Mitarbeitern die viertgrößte Container-Linienreederei der Welt. Damit würden Einsparungen von rund 300 Millionen US-Dollar erreicht, bekräftigte Habben Jansen, davon 200 Millionen Dollar bereits in diesem Jahr. «Wir sind bei der Zusammenführung der beiden Unternehmen im Zeitplan.»

Als oberstes Ziel des Vorstands für die kommenden beiden Jahre nannte Habben Jansen die Steigerung der Profitabilität. «Das ist unsere erste, zweite und dritte Priorität.» Im laufenden Jahr soll zunächst das operative Ergebnis positiv werden, im nächsten auch der Gewinn nach Steuern.

Dazu habe das Unternehmen neben der Zusammenführung mit CSAV ein weiteres Sparprogramm über einen dreistelligen Millionenbetrag aufgelegt. Der Schwerpunkt liege allerdings nicht auf dem Abbau von Personal, obwohl auch in diesem Bereich Spareffekte zu erwarten seien. Das lasse sich jedoch noch nicht beziffern und hänge auch von der Entwicklung der Transportleistung ab.

Habben Jansen betonte, dass Hapag-Lloyd nach wie vor in einem wachsenden Markt arbeite und der Welthandel ebenso wie der Containertransport Jahr für Jahr zunehme. Es gebe in diesem Geschäft aber immer Unwägbarkeiten wie den Wechselkurs oder den Ölpreis.

Gegenwärtig stehe Hapag-Lloyd in Verhandlungen über den Kauf neuer Schiffe für die Verbindungen von Südamerika nach Europa. Die Eigner würden Hapag-Lloyd gern noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Ob das gelingt, ist nach den Worten von Habben Jansen aber offen. Es gehe auch darum, einen guten Preis für die Anteil zu erzielen. «Und wenn wir dafür etwas länger warten müssen, dann nehmen wir uns die Zeit», sagte er.

Hapag-Lloyd gehört nach der Fusion und einigen damit verbundenen Finanztransaktionen zu 34 Prozent CSAV, zu 23,2 Prozent der Stadt Hamburg und zu 20,8 Prozent dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Diese drei Eigner haben ihre Anteile gepoolt und treffen Entscheidungen gemeinsam. Weiterer großer Aktionär ist die Tui mit 13,9 Prozent, die sich aber gern von ihren Anteilen trennen will. Der Rest gehört Hamburger Banken und Versicherungen.