«Rock am Ring» nach Blitzeinschlag unterbrochen

Rockfans tragen Trauer: Das auf drei Tage angelegte Festival «Rock am Ring» ist wegen akuter Gewittergefahr unterbrochen worden.

Die Entscheidung wurde nach einem Krisengespräch mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Veranstalter Marek Lieberberg getroffen. «Wir müssen alles dafür tun, dass keine neuen Verletzten hinzukommen», sagte Lewentz.

Am Vorabend waren nach seinen Angaben bis zu 82 Menschen bei einem Blitzeinschlag auf dem Festivalgelände verletzt worden. Zu den Verletzten waren seit Freitagabend immer höhere Zahlen gemeldet worden - anfangs war man von mindestens 8 Verletzten ausgegangen, am Samstagmorgen hatte die Polizei 51 gemeldet.

«Ich bin so traurig, ich hätte so gern die Red Hot Chili Peppers erlebt», sagte die 34-jährige Handan. Die rund 90 000 Besucher wurden dazu aufgerufen, in ihren Zelten oder im Auto zu bleiben und zunächst abzuwarten. Stündlich solle überprüft werden, ob vielleicht zum Abend doch noch Bands auf den insgesamt vier Bühnen auftreten könnten.

Die Aussichten für einen letzten Festivaltag am Sonntag schätzte Lewentz skeptisch ein: «Ich gehe davon aus, dass am Sonntag kein «Rock am Ring» stattfindet», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Innenministerium sei weder Genehmigungsbehörde noch Veranstalter, habe aber nach eingehender Beratung mit der Polizei von einer planmäßigen Fortsetzung des Programms abgeraten. Der Veranstalter sei sehr verantwortungsbewusst mit der Situation umgegangen und auf Sicherheit bedacht. 

«Ich weiß, mit welcher Freude die Besucher hier dabei sind und wie viel ihnen das Festival bedeutet», sagte Lewentz. Er kenne den «Rock am Ring» von Anfang an. In den vergangenen Jahren seien auch seine Kinder häufig dabei gewesen. «Aber die Sicherheit geht vor.»

Lieberberg sagte vor Journalisten: «Wir sind jetzt zu einer guten Entscheidung gelangt, dass die Veranstaltung suspendiert wird.» Die katastrophale Wetterlage sei eine Ausnahmesituation, die weit über den «Rock am Ring» hinausgehe.

Am Nachmittag schien zunächst die Sonne bei schwüler Luft. Aber schon während der Entscheidung zur Unterbrechung zogen dunkle Gewitterwolken über den Flugplatz in der Vulkaneifel auf. Radlader verteilten Stahlplatten und Rindenmulch auf dem völlig durchnässten Festivalgelände, das teilweise von Schlamm und tiefen Pfützen bedeckt war.