Rocket Internet wettet halbe Milliarde Euro auf Essenszustellung

Die Startup-Schmiede Rocket Internet setzt mit einer Investition von fast einer halben Milliarde Euro groß auf das Geschäft mit der Essenszustellung.

Die Firma der Samwer-Brüder kauft für 496 Millionen Euro einen Anteil von 30 Prozent an der Berliner Plattform Delivery Hero. Sie bietet in 24 Ländern - in Deutschland unter dem Namen Lieferheld - die Möglichkeit, Essen in Gaststätten über das Internet zu bestellen und geliefert zu bekommen.

Nach Angaben von Freitag hat Delivery Hero 90 000 Restaurants als Partner. Die Firma hatte zuletzt 5,8 Millionen Nutzer, die im vergangenen Jahr etwa 63 Millionen Bestellungen machten.

Rocket bildet zudem eine neue Einheit, in der die internationalen Aktivitäten bei der Essenszustellung mit mehreren Firmen zusammengefasst werden sollen. In diese «Global Online Takeaway Group» kommt der hauseigene Konkurrent von Delivery Hero, Foodpanda. Sie ergänzten sich regional.

Zudem kaufte Rocket Internet in Spanien den Lieferdienst La Nevera Roja und in Italien den Zusteller Pizzabo. Insgesamt kämen die Firmen in der Sparte auf 78 Millionen Essensbestellungen pro Jahr. Rocket sehe insgesamt einen rund 90 Milliarden Euro großen weltweiten Markt für Essenszustellung, der online noch weitgehend unerschlossen sei, hieß es.

Die Gesamtbewertung der unter dem Dach von Rocket Internet aktiven großen Startups sei seit dem Börsengang im Oktober um rund 800 Millionen Euro gestiegen, hieß es am Freitag weiter. Fast alle von ihnen schreiben allerdings bisher auch operativ rote Zahlen.

Rocket Internet entwickelt Internet-Unternehmen vor allem im Bereich des Online-Handels und Dienstleistungen. Die Firma wird von den Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer kontrolliert. Der Börsengang von Rocket fiel zunächst schwach aus, die Aktie fiel unter den Ausgabepreis. Inzwischen steht sie deutlich höher und Rocket Internet ist insgesamt rund 7,2 Milliarden Euro wert.