Rodler wieder Extra-Klasse: Dreifach-Sieg zum Start

Die Rodel-Stars Felix Loch und Natalie Geisenberger haben das Siegen in der langen Sommerpause seit den Winterspielen von Sotschi nicht verlernt.

Die Olympiasieger fuhren der Konkurrenz beim Weltcupauftakt wieder auf und davon und untermauerten mit den beeindruckenden Doppelsitzern Toni Eggert und Sascha Benecken die weiterhin ungebrochene deutsche Dominanz in der Sportart. Nach den Triumphen von Geisenberger und Eggert/Benecken am Samstag konnte auch Loch am Sonntag auf dem Podest neben dem zweitplatzierten Südtiroler Dominik Fischnaller und Landsmann Andi Langenhan breit grinsend einen lauten Jubel-Juchzer hinab ins Tal Richtung Innsbruck schicken.

«Das war ein super Einstand, heute hat alles gepasst», sagte Loch nach seinem 19. Weltcupsieg und dem fünften in Serie auf der Bahn von Igls am ZDF-Mikrofon. Die deutschen Alles-Gewinner machen in der neuen Saison dort weiter, wo sie in Sotschi vor neuneinhalb Monaten aufgehört hatten - den Konkurrenten bleiben weitgehend nur die Statistenrollen. «Mitleid müssen wir keines haben», sagte Bundestrainer Norbert Loch und kündigte vor den anstehenden Rennen in Lake Placid und Calgary bereits an: «Wir werden weiter forcieren.»

Neben Loch überzeugten am Fuße des Patscherkofels auch der Olympia-Vierte Langenhan sowie die Youngster Julian von Schleinitz (6.) und Florian Berkes (9.). «Es macht wirklich Spaß, und dass ich es auf das Podest geschafft habe, ist sensationell», sagte Langenhan. «Der erste Weltcup ist immer ein ganz wichtiger, um zu sehen, wo man steht», erklärte Bundestrainer Loch. «Psychologisch haben die Ergebnisse hier schon eine große Wirkung für die nächsten Rennen.»

Von einem vorgezeichneten Durchmarsch der Sportler des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) wollte Loch aber nicht sprechen, er verwies vor allem auf den zweitplatzierten Fischnaller aus dem italienischen Team. «Man sieht schon, dass der Dominik einer der ärgsten Konkurrenten für mich wird», meinte Loch.

Bei den Frauen ist dagegen weit und breit keine ernsthafte Konkurrenz aus dem Ausland zu sehen, zum Saisonstart fuhren die vier Deutschen in einer eigenen Klasse - und Geisenberger klar vorneweg. Mit Bahnrekord hatte die 26-Jährige im ersten Lauf den Grundstein für den Erfolg gelegt, am Ende lag sie zwei Zehntelsekunden vor Dajana Eitberger, Tatjana Hüfner und der viertplatzierten Anke Wischnewski. «Das ist für Innsbruck schon extrem», räumte Geisenberger ein.

An eine ähnliche Dominanz bei den beiden Rennen in Übersee glaubt die Miesbacherin nicht. «Da werden wir vier wohl nicht wieder alle vorne sein», meinte sie. Während die junge Eitberger ihre zweite Podestplatzierung sichtlich genoss und ankündigte, «die Großen gern weiter ein bisschen stänkern und aufmischen» zu wollen, war Hüfner frustriert. Die Olympiasieger von 2010, die eine Ungleichbehandlung der deutschen Trainingsstätten zugunsten Bayern beklagt, erklärte kurz: «Es war ein solider Auftakt. Jetzt müssen wir analysieren, woran es gelegen hat.» Für sie war Rang drei wie eine Niederlage.

Gar nicht auf das Podest hatten es überraschend die Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt geschafft - das war ihnen letztmals im Januar 2013 passiert. «Ein Formel-1-Fahrer würde sagen: falsche Reifen aufgezogen», erklärte Wendl.