Roland Berger soll eigenständig bleiben

Die Spitze der Unternehmensberatung Roland Berger hat einer Fusion mit einem der US-Riesen wie Deloitte oder Pricewaterhouse eine Absage erteilt.

Roland Berger soll eigenständig bleiben
Wolfgang Kumm Roland Berger soll eigenständig bleiben

Nach monatelangen Gesprächen und Überlegungen hätten Geschäftsführung und Aufsichtsrat eine Empfehlung für die Eigenständigkeit von Roland Berger abgegeben, hieß es am Dienstag in Branchenkreisen in München. An diesem Mittwoch sollen die rund 250 Partner von Roland Berger, denen das Unternehmen gehört, bei einer Sitzung in Frankfurt darüber abstimmen. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» wollen sie der Empfehlung folgen.

In Branchenkreisen gilt der Ausgang der Abstimmung hingegen nicht als sicher, da die Partner bei ihren Treffen auch schon für Überraschungen gesorgt hatten. Eine Unternehmenssprecherin äußerte sich nicht dazu. Im Mai hatten die Partner beschlossen, alle Möglichkeiten für die weitere Strategie des Unternehmens prüfen zu lassen, darunter auch einen Verkauf.

Als ein möglicher Käufer war vor allem der US-Wirtschaftsprüfer Deloitte im Gespräch. Beim ersten Versuch einer Übernahme im Jahr 2010 hatten die Roland Berger-Partner den US-Riesen aber in letzter Minute abblitzen lassen und stattdessen mit Millioneneinlagen ihre Unabhängigkeit gesichert. Vor allem Firmengründer Roland Berger griff dafür tief in die Tasche. Berger hatte die Firma 1967 gegründet und sich in den folgenden Jahrzehnten zum bekanntesten deutschen Unternehmensberater hochgearbeitet, von dem sich bis heute auch Spitzenpolitiker Ratschläge geben lassen.

Neben Deloitte soll es in den vergangenen Wochen aber auch Gespräche mit Pricewaterhouse Coopers und Ernst & Young gegeben haben. Für die US-Riesen wäre die Verschmelzung mit Roland Berger ein Weg in den lukrativen deutschen Beratungsmarkt.