Rolling Stones geben Gratiskonzert in Havanna

Mit einer grandiosen Show haben die Rolling Stones bei ihrem ersten Open-Air-Konzert im sozialistischen Kuba weit über hunderttausend Menschen begeistert.

Rolling Stones geben Gratiskonzert in Havanna
Alejandro Ernesto Rolling Stones geben Gratiskonzert in Havanna

«Viele Jahre war es schwierig, uns hier in Kuba zu hören», sagte Leadsänger Mick Jagger (72) auf spanisch. «Aber jetzt sind wir da.» Und fügte unter großem Jubel mit Blick auf die Öffnungspolitik von Staatschef Raúl Castro (84) hinzu: «Die Zeiten ändern sich.»

Auf die Repression und nicht vorhandene Meinungsfreiheit in Kuba ging Jagger aber nicht ein. Das Konzert war umsonst, bei Durchschnittslöhnen von 20 bis 25 US-Dollar im Monat wären normale Ticketpreise für die Menschen auch nicht zu bezahlen.

Anders als sonst üblich gab es keine Verkaufsstände, die Rockfans konnte aber Essen und Trinken selbst mitbringen. Schon sechs Stunden vor Beginn waren die Tore am Freitag für das erste Open-Air-Konzert einer britischen Rockband auf einem großen Sportfeld in Havanna geöffnet worden.

Die Fläche in der Ciudad Deportiva war komplett gefüllt, auch seitliche Plätze wurden geöffnet, damit alle Menschen Einlass finden konnten. Auf umliegenden Hausdächern verfolgten Hunderte Menschen das Rock-Erlebnis. Begeistert zeigten sich viele von der gigantischen Video-Show und der Energie der Rock'n'Roller.

«Das ist das Größte», meinte zum Beispiel ein Kubaner. «So eine Bühne habe ich noch nicht gesehen», betonte Daniel Gonzales (50), der in Havanna Konzerte organisiert. Neben Klassikern wie «Angie», «Brown Sugar» und «Sympathy for the Devil» durfte als letztes Lied des Abends «(I Can't Get No) Satisfaction» nicht fehlen. «Welche Hitze», meinte Jagger angesichts tropischer Temperaturen, er rockte und tanzte wie eh und je über die Bühne, begleitet von Keith Richards (Gitarre), Ron Wood (Gitarre) und Charlie Watts (Schlagzeug).

Die Band ist bereits 1962 gegründet worden, nur drei Jahre nach der kubanischen Revolution unter Führung des 2006 abgetretenen älteren Bruders von Raúl Castro, des heute 89-jährigen Fidel Castro.

Zu dem Auftritt waren auch viele ausländische Fans angereist. Erst sollte das Konzert am 20. März stattfinden, wegen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama wurde es auf den 25. März gelegt. Wie das Zentralorgan «Granma» berichtete, spendeten die Stones Instrumente und Equipment an kubanischen Musikschulen.

Lange Zeit war Rockmusik in Kuba verpönt. Sie galt unter Revolutionsführer Fidel Castro als dekadenter Auswuchs des Kapitalismus.