Rosberg schnappt sich USA-Pole vor Hamilton

Nico Rosberg hat im WM-Privatduell mit Lewis Hamilton zurückgeschlagen und sich die Pole Position für den Großen Preis der USA gesichert. Der deutsche WM-Zweite war in der Qualifikation zum drittletzten Formel-1-Rennen der Saison nicht zu schlagen.

Rosberg schnappt sich USA-Pole vor Hamilton
Larry W. Smith Rosberg schnappt sich USA-Pole vor Hamilton

Der Mercedes-Pilot verwies seinen britischen Teamkollegen auf Rang zwei. Es war Rosbergs neunte Pole der Saison. Den dritten Startplatz holte Williams-Mann Valtteri Bottas.

Vettel verabschiedete sich im auf 18 Autos dezimierten Starterfeld erwartungsgemäß schon nach der ersten K.o.-Runde. Er wurde 17. und geht nach einem unerlaubten Motorenwechsel aus der Boxengasse in den Grand Prix am Sonntag.

Mit Platz zehn sicherte sich der Gräfelfinger Adrian Sutil für das immer noch punktlose Sauber-Team sein bestes Qualifikationsergebnis in dieser Saison. Force-India-Pilot Nico Hülkenberg erreichte als 13. hingegen nicht den letzten K.o.-Durchgang. Eingangs seiner letzten Runde hätte sich ein Visier um sein Vorderrad gewickelt und er damit Grip verloren, berichtete der Emmericher. «Hatte eigentlich mehr im Köcher. Ist einfach Pech.»

Vor den finalen Saisonrennen hat Hamilton 17 Punkte Vorsprung auf Rosberg und mit vier Siegen in Serie mächtig viel Rückenwind. Bei insgesamt noch bestenfalls 100 zu holenden Zählern kann sich Vettels Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo, der als Dritter 92 Zähler Rückstand auf den Briten hat, kaum noch Chancen ausrechnen.

In der zweiten Einheit am Freitag hatte Hamilton noch über Probleme an der Hydraulik geklagt und vorzeitig in die Garage fahren müssen. «Unser Auto hat eine starke Pace. Das ist aus unserer Sicht positiv», urteilte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. «Unser Hauptaugenmerk muss jedoch darauf liegen, das Auto hundertprozentig standfest zu machen.»

Seine beeindruckende Show konnte Hamilton dann aber nicht ganz bis zum Schluss durchziehen. Rosberg, der im Abschlusstraining noch Probleme mit der Bremsscheibe gehabt hatte, bot eine überzeugende Vorstellung und entriss dem Briten Startplatz eins.

Kummer bereitete Vettel am Freitag zunächst das Getriebe. «Das war nicht optimal», sagte der Heppenheimer zu einer unfreiwilligen Auszeit. Am Samstag legte Vettel mit 25 Runden zwar die meisten Umläufe im Abschlusstraining hin, startete aber nur als 18. und damit Letzter in die Qualifikation. Während Hamilton in allen drei Trainings Bestzeit fuhr, musste sich Vettel dreimal mit der Rolle als ungewohntes Schlusslicht abfinden.

Der 27-Jährige maß der Qualifikation jedoch keinen übergeordneten Wert bei, schließlich wusste er schon längst, dass er am Sonntag nur aus der Boxengasse starten würde. Grund: Der unerlaubte Einbau einer weiteren neuen Antriebseinheit. Also arbeitete Vettel in den Trainings nur am Renn-Setup und nicht auf eine aussichtsreiche Qualifikationsplatzierung hin.

«Das Wichtigste war für uns heute Morgen schon erledigt, heute Nachmittag haben wir nur unsere Pflicht getan», sagte Vettel, der in der ersten K.o.-Runde nur drei Runden drehte. «Die Möglichkeit besteht schon, dass man nach vorne kommen kann. Heute war sicher kein schöner Tag für uns, weil es nicht mal um die Goldene Ananas ging.» Realistisch im Rennen sei Platz sieben, acht oder neun.