Rosberg top zum Auftakt vor Hamilton und Vettel

Nico Rosberg hat mit der Tagesbestzeit zum Auftakt des Großen Preises von Australien die Jagd auf Weltmeister Lewis Hamilton eröffnet.

Der deutsche Vizechampion verwies im Training in Melbourne den britischen Formel-1-Titelverteidiger um eine Zehntelsekunde auf den zweiten Platz. Dahinter nährte Ferrari-Neuzugang Sebastian Vettel die Hoffnungen auf gelegentliche Attacken auf die Silberpfeile - wenngleich er bereits 0,715 Sekunden langsamer war als Rosberg.

Überschattet wurde das Kräftemessen der ersten drei Trainingsstunden in diesem Jahr vom juristischen Streit beim Sauber-Team. Der Fall um den früheren Ersatzpiloten Giedo van der Garde, der sich ein Cockpit erklagt hat, geht am Freitag in seinen insgesamt fünften Verhandlungstag vor australischen Gerichten.

Rosberg wird das egal sein, er will am Samstag die erste Pole dieser Saison und am Sonntag den ersten Sieg auf dem Weg zum ersehnten ersten Titel. In seine zehnte Saison startete Vorjahresgewinner Rosberg mit Platz eins in der ersten Trainingseinheit und Platz eins in den zweiten anderthalb Stunden - beide Male vor Hamilton. Seine 1:27,697 Minuten konnte keiner schlagen - im Gegenteil: Die nach Vettel folgenden Rückstände waren heftig.

Kimi Räikkönen lag im zweiten Ferrari auf Rang vier (!) bereits über eine Sekunde (1,145) zurück. Valtteri Bottas brauchte auf Platz fünf im Williams mit Mercedes-Antrieb über 1,5 Sekunden mehr. Was danach kam, war sage und schreibe über zwei Sekunden langsamer als Rosberg und Hamilton in ihren Silberpfeilen. Das sind Welten in der Formel 1.

Publikumsmagnet Daniel Ricciardo kam im zweiten Durchgang gar nicht zum Einsatz, sein Red Bull blieb wegen eines Motorenproblems in der Garage. Die beiden McLaren mit Ex-Weltmeister Jenson Button und Fernando-Alonso-Ersatz Kevin Magnussen fuhren über drei Sekunden hinterher. Die Rennwagen von Manor blieben komplett in der Box.

In beiden Einheiten waren von 20 Autos jeweils nur 16 auf der Strecke - mit dabei dafür Max Verstappen. Der Niederländer fuhr nach Freigabe des 5,303 Kilometer langen Kurses im Albert Park als erstes mit seinem Toro Rosso auf den Asphalt - mit 17 Jahren und 164 Tagen ist er der mit Abstand jüngste Grand-Prix-Pilot in der Formel-1-Geschichte.

Die beiden vermeintlichen Sauber-Stammfahrer Felipe Nasr und Marcus Eircsson bewegten ihre Fahrzeuge dagegen im ersten Training keinen Meter. Zuvor hatte van der Garde im Rennanzug die Sitzanpassung im Wagen von Ericsson vorgenommen. Dem Team droht in der Causa sogar eine Zwangsvollstreckung. Womöglich können sich van der Garde, der offensichtlich noch keine Fahrerlaubnis vom Verband hat, und das Schweizer Team aber vorher doch noch einigen.