Rosen und Vogelgezwitscher zum Fest: Schnee nicht in Sicht

Blühende Rosen und Vogelgezwitscher: Die Frühlingsboten bleiben Deutschland angesichts der rekordverdächtigen Dezemberwärme an Weihnachten erhalten. Die Temperaturen klettern an Heiligabend auf milde 10 bis 16 Grad.

Der Spitzenwert an einem 24. Dezember von 18,9 Grad in Freiburg aus dem Jahr 2012 wird aber nicht erreicht, wie der Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD), Uwe Kirsche, sagte. Wer dicke Wintermäntel und Wollmützen anzieht, dürfte zum Fest also eher schwitzen. Allergiker müssen zudem aufpassen: Rund um Stuttgart, am Bodensee und in der Rheinebene fliegen zu Weihnachten die Haselpollen, wie der DWD warnte.

Ein wenig kühler werde es am ersten Weihnachtsfeiertag, am zweiten seien aber bereits wieder Temperaturen bis 15 Grad drin, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert.

Nach der Rekordwärme im November könnte nun auch der Dezember der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Die bislang höchste Durchschnittstemperatur in einem Dezember von 4,8 Grad im Jahr 1934 werde wahrscheinlich übertroffen, sagte Kirsche. Derzeit liegen die Temperaturen bereits um etwa 5,5 Grad über dem Mittelwert aus mehreren Jahrzehnten von 2,6 Grad.

Der Wärmerekord für das ganze Jahr wird 2015 aber nicht erreicht. Mit 10,3 Grad war dieser 2014 gemessen worden. Auf Platz zwei und drei rangieren die Jahre 2000 und 2007 mit je 9,9 Grad. «Wir wissen erst am letzten Tag, ob 2015 Platz zwei oder vier erreicht», sagte Kirsche.

Ein Wintereinbruch mit Schnee ist bis Silvester jedenfalls nicht in Sicht, wie Meteorologe Schappert vorhersagte. Auch 2016 geht es voraussichtlich zu mild weiter. «Mit etwas kühlerer Witterung setzt sich die Wärme ins neue Jahr fort», sagte Kirsche. Nach der Langfristprognose gebe es Signale, nach denen es auch im Januar - eigentlich der kälteste Monat des Jahres - zumindest in den ersten zwei Wochen «nicht richtig deutlich kalt» werde.

Die Sonne scheint an Heiligabend vor allem im Osten und Süden. In den Mittelgebirgen ist es dagegen trüb. Im Nordwesten kann es während der Bescherung regnen, im Bergland und an der See stürmt es. Dichte Wolken und Regen trüben das Wetter in der Mitte Deutschlands am Freitag. Im Norden und Süden ist dagegen eher Spazierwetter. Am zweiten Weihnachtsfeiertag regnet es im Norden. Dafür stehen die Zeichen für einen Spaziergang in der Mitte und im Süden ganz gut.