Rosenmontag in den Karnevalshochburgen

Hunderttausende Jecken und Narren sind am Rosenmontag in den Karnevalshochburgen in ihren höchsten Feiertag gestartet - ohne das Thema Terror auszusparen.

Rosenmontag in den Karnevalshochburgen
Oliver Berg Rosenmontag in den Karnevalshochburgen

Der Kölner Zug startete pünktlich: Um 10.11 Uhr spielten die Fanfaren das Startsignal. Auf einem der Wagen ließ ein Clown mitten in einem abgeholzten Stiftewald einen neuen Buntstift als Symbol der Narrenfreiheit wachsen. In Düsseldorf stand auf einem der Wagen «Terror hat nichts mit Religion zu tun». In Mainz sollte es um 11.11 Uhr und in Düsseldorf um 12.30 Uhr offiziell losgehen. Die erhoffte Sonne ließ zumindest in Mainz und Köln noch auf sich warten.

Am Sonntag war der Karnevalsumzug in Braunschweig kurz vor dem Start nach Hinweisen auf einen möglichen Terrorakt abgesagt worden. Die Polizei in Köln, Düsseldorf und Mainz sah jedoch auch am Montag weiterhin keine besondere Gefahr. «Wir sind gut vorbereitet», sagte eine Polizeisprecherin in Köln.

Die Karnevalfans wollen sich den Spaß durch Angst vor islamistischen Anschlägen nicht verderben lassen. «Aber ich bin schon froh, wenn meine Kinder und ich heute Abend wieder gut zu Hause sind», sagte eine als Clown verkleidete Frau in Köln.

Das Kölner Motto «social jeck - kunterbunt vernetzt» kam gleich auf acht Wagen zum Zug. Porno, Kaufrausch, Trash und Terror strömten da zum Beispiel aus dem Netz. Aber auch die große und die kleine Politik fahren mit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) legt eine Bruchlandung mit Bundeswehrschrott hin.

In Rio hatte der Karneval bereits seinen Höhepunkt erreicht. Am Zuckerhut ist zwar Sommer, aber es regnete in der Nacht zum Rosenmontag. Tausende Tänzer, Trommler und leichtbekleidete Samba-Queens zogen trotzdem durch Rios legendäres Sambódromo. An der Copacabana feierten Narren bis tief in die Nacht den «Carnaval».